15:38 16 Dezember 2017
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    Russische Ölförderer bangen um Projekte in Libyen - „RBC Daily“

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    Internationale Sanktionen gegen das Gaddafi-Regime (985)
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    Wegen des Militäreinsatzes gegen das Gaddafi-Regime ist die Zukunft vieler Öl- und Gasprojekte in Libyen ungewiss, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Dienstag.

    Wegen des Militäreinsatzes gegen das Gaddafi-Regime ist die Zukunft vieler  Öl- und Gasprojekte in Libyen ungewiss, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Dienstag.

    Die zwei in Libyen tätigen russische Energiekonzerne Tatneft und Gazprom mussten nach dem Beginn der Unruhen ihre Mitarbeiter evakuieren.

    Gazprom ist bereits seit langem an Projekten in Libyen beteiligt. 2007 erhielt der russische Gasriese bei einem Tauschgeschäft mit dem deutschen Konzern BASF 49 Prozent an zwei Ölkonzessionen in Libyen. Im April 2008 schloss Gazprom einen Kooperationsvertrag mit dem nationalen libyschen Ölkonzern NOC. Gazprom konnte dadurch an den Ausschreibungen zur Erschließung der Ölvorkommen teilnehmen. Im Ergebnis bekam Gazprom den Zuschlag für Erkundungsarbeiten auf den Lagerstätten Nr. 19 und 64.

    Mitte Februar vereinbarte Gazprom den Kauf von Anteilen (16,5 Prozent) des italienischen Konzerns Eni am Ölprojekt Elephant für 163 Millionen Dollar. Trotz der drei Jahre dauernden Verhandlungen erhielten die Seiten nicht rechtzeitg die Genehmigung von den örtlichen Behörden.

    Gazprom schloss den Vertrag jedoch kaum ab, ohne sich gegen unvorhergesehen Folgen abzusichern. Laut dem Juristen Wsewolod Miller besteht die russische Seite in diesen Fällen auf höhere Gewalt. Der Vertrag zwischen Eni und Gazprom  enthalte offenbar diesen Vertragspunkt. Als höhere Gewalt könne ein Krieg oder der Gegenstand der Vereinbarung bezeichnet werden, der seine Bedeutung verloren hat, sagte Miller. „Wegen der instabilen Situation in Libyen kann der Wert des libyschen Projekts gleich Null sein. Gazprom hat schwerwiegende Gründe, um auf den Deal zu verzichten“, betonte der Jurist.

    Der seit sechs Jahren in Libyen tätige Konzern Tatneft kann wegen des Bürgerkriegs am stärksten betroffen werden. Im Oktober 2005 sicherte sich Tatneft die Konzession zur Erschließung eines Ölblocks bei Ghadames (Block 82-4). Im Dezember 2006 bekam der russische Förderer die Rechte auf drei Ölblöcke im Ghadames- und Sirte-Becken. 2009 investierte Tatneft 43,8 Millionen US-Dollar in libysche Projekte.
     
    Die russischen Unternehmen seien zwar an den Projekten sehr interessiert, ihre Chancen, in Libyen zu bleiben, schwinden aber mit jedem Tag, sagte Alexej Muchin, Generaldirektor des Zentrums für politische Informationen. „Alle Verträge, die unter Gaddafi geschlossen worden waren, verlieren wie im Irak ihre Gültigkeit. Die russischen Unternehmen müssen Libyen verlassen“, so der Politologe.

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