20:45 15 Dezember 2017
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    EU findet plötzlich Gefallen an South Stream - "Nesawissimaja Gaseta"

    © RIA Novosti. Alexandr Mazurkevich
    Wirtschaft
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    Bau der South-Stream-Pipeline (209)
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    Europa zeigt endlich Interesse an der russischen Gaspipeline South Stream, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Europa zeigt endlich Interesse an der  russischen Gaspipeline South Stream, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Dienstag.

    Zur möglichen Beteiligung des deutschen Konzerns Wintershall an dem Pipeline-Projekt sagte der Generaldirektor des italienischen Energieriesen ENI, Paolo Scaroni, am Montag im "Wall Street Journal": In diesem Fall dürfe die russische Pipeline mit mehr Unterstützung seitens der EU rechnen.

    Experten sind geteilter Meinung in Bezug auf die Zukunft der South Stream. Die einen finden, dass dem kostspieligen und politisch bedingten Projekt nichts weiterhilft. Die anderen sind überzeugt, dass die Europäer angesichts der Spannungen in Nordafrika ihre Haltung ändern könnten.

    „Ohne die Zustimmung der EU wird South Stream nicht auffliegen“, so der ENI-Chef. Zugleich verwies er darauf, dass die EU die Liberalisierung der Versorgungsnetze verlangt und Monopole in der Transportinfrastruktur verbietet. South Stream hätte gute Chancen, wenn diese Einschränkungen für diese Pipeline nicht gelten würden, betonte Scaroni und vermutete, dass „die Beteiligung von drei Unternehmen aus drei führenden EU-Ländern positiv für dieses Projekt wäre.“

    Geplant ist, dass die Ferngasleitung, die jedes Jahr mehr als 60 Milliarden Jubiläum Gas nach Europa pumpen soll,  durch das Schwarze Meer nach Bulgarien (in der Diskussion steht auch Rumänien) verlegt wird. In Europa wird South Stream als Konkurrent für die Nabucco-Pipeline angesehen, die Gas vom Kaspischen Meer und aus dem Nahen Osten befördern soll.

    Eine Quelle aus dem Gazprom-Umfeld verriet, dass der Deal mit Wintershall bereits in wenigen Tagen abgewickelt werden könnte.

    Derzeit sind Gazprom und ENI die gleichberechtigten Aktionöre der South Stream. Neben Wintershall verhandeln sie derzeit auch mit dem französischen Konzern EdF über einen Einstieg ins Projekt. Bislang konnten sich die Partner noch nicht einigen, wer auf einen Teil der Aktien zugunsten der Franzosen verzichtet. Ursprünglich sollte EdF jeweils zehn Prozent von den beiden bekommen. Im vergangenen Jahr machte Gazprom jedoch einen Rückzieher.

    Die BASF-Tochter Wintershall ist ein zuverlässiger Partner, zumal sie bereits am Nord-Stream-Projekt (Anteil: 15,5 Prozent) beteiligt ist.

    Experten bewerten die South-Stream-Perspektiven unterschiedlich. Michail Krutichin, Partner der Beratungsfirma RusEnergy, findet, dass Wintershall-Einstieg keine positive Auswirkung haben wird.

    Der Chefanalyst des Fonds für nationale Energiesicherheit, Alexander Pasetschnik, zeigte sich dagegen eher optimistisch: „Die Aussagen der russischen Behörden zum Thema South Stream sind unter anderem ein Signal an die Ukraine, denn ein Joint Venture zwischen Gazprom und Naftogas Ukrainy ist immer noch nicht vom Tisch.“

    Zugleich verwies der Experte auf die im April geplante South-Stream-Präsentation in Brüssel. „Die Europäer scheinen dieses Projekt immer noch zu berücksichtigen. Sollte es als Priorität anerkannt werden, dann wird die negative Position Rumäniens oder Bulgariens im Grunde keine Rolle spielen“, so Pasetschnik.

    Nach seinen Worten könnte South Stream eine besonders wichtige Rolle „im Kontext der geopolitischen Instabilität in Afrika“ spielen.

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