15:36 20 Juni 2018
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    Streit um litauischen Gasversorger: Litauen will Gazprom berauben

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    Mit dem an Gazprom ergangenen Vorschlag, seine Aktien des litauischen Versorgers Lietuvos dujos zu verkaufen, setzt Litauen kommerzielle Interessen des russischen Energiekonzerns unter Druck.

    Mit dem an Gazprom ergangenen Vorschlag, seine Aktien des litauischen Versorgers Lietuvos dujos zu verkaufen, setzt Litauen kommerzielle Interessen des russischen Energiekonzerns unter Druck.

    Wie der russische Vizeaußenminister Wladimir Titow in einem Interview für die Zeitung „Litauischer Kurrier“ sagte, wird damit das Regierungsabkommen von 1999 zwischen Russland und Litauen über gegenseitigen Schutz und Förderung der Kapitalanlagen verletzt.

    „Sie sagen uns, verkauft, worin ihr investiert habt. Die Restitution des Eigentums der Aktionäre von Lietuvos dujos wird eine reine Beraubung“, kritisierte Titow.

    Es gehe um einen Interessenkonflikt. Die litauische Regierung wolle die radikalste Variante des dritten EU-Energiepakets bei der Umstrukturierung des Gassektors umsetzen, ohne dabei die Interessen ausländischer Investoren zu berücksichtigen, so Titow.
    Es sei ungerecht, so gegenüber dem wichtigsten Handelspartner zu handeln.

    Zwischen Litauen und Gazprom gibt es derzeit Streitigkeiten über den Gaspreis und die Arbeitsbedingungen von Lietuvos dujos, das Erdgas kauft, transportiert, verteilt und auf dem Binnenmarkt verkauft.

    Laut dem litauischen Energieministerium erfüll Gazprom seine Verpflichtung, Gas nach Litauen für einen gerechten Preis zu liefern, nicht, da Gazprom die Preise für Lettland und Estland um 15 Prozent reduziert hat und für Litauen nicht. Wie Gazprom-Vorstandsmitglied Waleri Golubew kommentierte, werden Lettland und Estland gegen diesen Rabatt russisches Gas in den Vorkrisen-Mengen kaufen. Für Litauen wurde aber keine solche Vereinbarung getroffen.

    Gazprom wolle Golubew zufolge gerichtlich einschreiten und rechne mit einem Erfolg. Es sei Litauen, das Vereinbarungen verletze. Es solle fünf Milliarden Kubikmeter Gas jährlich kaufen, kauft aber tatsächlich nur 3,5 Milliarden Kubikmeter. Außerdem habe sich Litauen verpflichtet, den Gasmarkt nicht zu regulieren, macht das jedoch, so Golubew.

    Gazprom hält an Lietuvos dujos 37,1 Prozent der Aktienanteile, der deutsche Konzern E.On Ruhrgas 38,9 Prozent, der Litauische Fond für Staatsvermögen 17,7 Prozent und andere Unternehmen die restlichen 6,3 Prozent der Aktien.

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