05:56 18 Oktober 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Schuldenstreit: Medwedew befiehlt Wiederaufnahme von Stromexport nach Weißrussland

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Wirtschaftskrise in Weißrussland (101)
    0 311

    Nach drei Tagen Pause nimmt Russland den Stromexport nach Weißrussland wieder auf. Präsident Dmitri Medwedew hat am Samstag persönlich die Wiederaufnahme der am Mittwoch eingestellten Lieferungen befohlen.

    Nach drei Tagen Pause nimmt Russland den Stromexport nach Weißrussland wieder auf. Präsident Dmitri Medwedew hat am Samstag persönlich die Wiederaufnahme der am Mittwoch eingestellten Lieferungen befohlen.

    Wie Kreml-Sprecherin Natalja Timakow mitteilte, hatte Vizepremier Igor Setschin Medwedew am Samstag darüber informiert, dass Weißrussland alle fälligen Stromrechnungen beglichen habe. Der Präsident habe angeordnet, die Lieferungen gemäß Vertrag wiederaufzunehmen.

    Der russische Elektrizitätskonzern Inter RAO UES bestätigte seinerseits, der Stromexport nach Weißrussland werde noch am heutigen Samstag wiederaufgenommen.

    Inter RAO UES hatte am Mittwoch Weißrussland wegen Schulden den Strom abgedreht. Bereits am selben Tag überwies Minsk die ausstehende Summe von 600 Millionen Rubel (ca. 15 Millionen Euro).

    Russland deckt zwölf Prozent des täglichen Strombedarfs des mittlerweile finanziell schwer angeschlagenen Weißrussland. Bereits am 9. Juni hatte Inter RAO UES die Stromlieferungen an Weißrussland vorübergehend gedrosselt: Zu jenem Zeitpunkt hatte die Gesamtverschuldung 1,5 Milliarden Rubel (37,5 Millionen Euro) ausgemacht. Am heutigen Mittwoch wurden die Lieferungen gestoppt.

    Weißrussland kämpft seit Monaten mit einer Wirtschaftskrise. Aus Angst vor der drohenden Abwertung der Nationalwährung hatte sich die Bevölkerung in den vergangenen Monaten eilig mit ausländischen Devisen und Lebensmitteln eingedeckt, bevor die Nationalbank in Minsk Ende Mai den weißrussischen Rubel um 50 Prozent abwertete. Jetzt ist es im Land unmöglich, Devisen an der Börse kaufen.

    Die Regierung in Minsk beantragte bei der Eurasischen Wirtschaftsgemeinschaft (EAWG) und der IWF milliardenhohe Rettungskredite. Die ständig steigenden Preise und leeren Regale in den Supermärkten sorgen für Unmut bei den Weißrussen.

    Themen:
    Wirtschaftskrise in Weißrussland (101)