20:55 29 März 2017
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    Japan: Abschaltung aller Atommeiler droht mit BIP-Rückgang und Arbeitslosigkeit

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    Die Abschaltung aller Atomreaktoren in Japan wird laut einem japanischen Forschungsbericht zu einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3,6 Prozent und zu einem Jobverlust für 197 000 Menschen führen.

    Die Abschaltung aller Atomreaktoren in Japan wird laut einem japanischen Forschungsbericht zu einem Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 3,6 Prozent und zu einem Jobverlust für 197 000 Menschen führen.

    Die japanischen Atomkraftwerke hatten vor der schweren Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe am 11. März den Energiebedarf des Landes zu 30 Prozent gedeckt. Nach dem Erdbeben wurden inzwischen 38 der insgesamt 54 Atommeiler des Landes stillgelegt. Die Atomreaktoren sollen zudem alle 13 Monate einer technischen Inspektion unterzogen werden.

    Für eine Wiederinbetriebnahme der stillgelegten Meiler ist eine Genehmigung der Kommunalverwaltung und die Zustimmung der Bevölkerung notwendig. Laut einem Regierungsbeschluss sollen die entsprechenden Atomreaktoren nach einer technischen Kontrolle dazu noch einem Stress-Test unterzogen werden. Erst dann dürfen die Reaktoren wieder hochgefahren werden.

    Wenn die Kommunalbehörden keine Inbetriebnahme der geprüften AKWs genehmigen, werden alle japanischen Atomreaktoren bis zum Frühjahr 2012 stillgelegt werden. Wie das japanische Forschungsinstitut für Energetik und Wirtschaft am Freitag mitteilte, wird das japanische BIP dadurch um 3,6 Prozent bzw. um umgerechnet 258 Milliarden US-Dollar schrumpfen. Auch die Zahl der Arbeitsplätze in der japanischen Industrie wird um 197 000 zurückgehen.

    Selbst im Falle einer Vollauslastung aller japanischen Wärmekraftwerke kann der Energiebedarf des Landes nur zu 92,2 Prozent gedeckt werden.

    Nach der schweren Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe am 11. März kam es zu einer Kette von Havarien in den japanischen Atomkraftwerken Fukushima-1 und Fukushima-2. Das Depot der Atombrennstäbe im dritten Energieblock des AKW Fukushima-1 wurde überhitzt, was zum Austreten radioaktiver Stoffe in die Atmosphäre führte. Zudem wurde die AKW-Hülle im dritten Reaktor durch das Erdbeben beschädigt. Radioaktive Jod- und Cäsium-Isotope wurden später in der Luft, im Meeres- und Trinkwasser sowie in Lebensmitteln entdeckt.

    Fast 80 000 Einwohner einer 30-km-Sperrzone um das AKW Fukushima-1 in den Präfekturen Fukushima und Ibaraki wurden wegen des hohen Strahlungspegels aus diesen Gebieten in Sicherheit gebracht.

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