08:14 22 September 2017
SNA Radio
    Wirtschaft

    Arktis-Erschließung: Putin will Nordostpassage wiederbeleben - "Nesawissimaja Gaseta"

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Zweites Forum „Arktis: Territorium des Dialogs“ (7)
    0 11 0 0

    Russlands Regierungschef Wladimir Putin will die Nordostpassage zu einem der wichtigsten Handelswege der Welt machen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    Russlands Regierungschef Wladimir Putin will die Nordostpassage zu einem der wichtigsten Handelswege der Welt machen, schreibt die Zeitung "Nesawissimaja Gaseta" am Freitag.

    „Durch die Arktis verläuft der kürzeste Weg zwischen den größten Märkten in Europa und im Asiatisch-Pazifischen Raum. Außerdem ist der ein Drittel kürzer als der übliche Weg im Süden. Dadurch entstehen sehr gute Möglichkeiten für eine Optimierung der Transportkosten“, sagte Putin gestern auf einer Arktis-Konferenz im nordrussischen Archangelsk.

    Putin versprach Staaten und Unternehmen, die sich für den Weg durch die Arktis entscheiden, große wirtschaftliche Vorteile und Dividenden.

    „Außerdem gibt es in der Arktis keine Piraten“, ergänzte der Vizepräsident der Russischen Geografischen Gesellschaft und Präsidentenbeauftragte für Kooperation in der Arktis und Antarktis, Artur Tschilingarow.

    In Sowjetzeiten wurde die Nordostpassage intensiv für den Gütertransport genutzt. In den späten 1980er Jahren schrumpfte er allerdings von 6,7 Millionen Tonnen pro Jahr auf Null und wurde erst 2000 wiederbelebt. Derzeit werden etwa drei Millionen Tonnen im Jahr durch die Arktis geschifft.

    Russland will den Gütertransport über den nördlichen Seeweg ausbauen. Putin zufolge wurde auf dem Ölfeld Priraslomnoje in der Barentssee die weltweit größte Bohrinsel errichtet. „Im Grunde beginnt Russland damit unmittelbar mit der Ausbeutung des Arktis-Schelfs und beginnt ein neues Kapitel der Arktis-Erschließung“, sagte er und kündigte zugleich andere Projekte in der Barents- und Karasee und auf der Halbinsel Jamal an.

    Verkehrsminister Igor Lewitin teilte auf der Konferenz mit, dass im Staatshaushalt in den kommenden drei Jahren 20 Milliarden Rubel (1 Euro= ca. 42 Rubel) für neue Eisbrecher eingeplant seien. Quellen zufolge soll es sich um drei Atom- und drei Diesel-Elektro-Eisbrecher handeln.

    Der Gütertransport durch die Nordostpassage könne bis 2020 auf 75 Millionen Tonnen jährlich wachsen, fügte der Vizeminister für regionale Entwicklung, Alexander Viktorow, an. „Damit könnte der Gütertransport auf dem Seeweg die meisten Einnahmen nach dem Ölexport bringen.“ Bei der Modernisierung des Transportsystems in der Arktis solle die Nordostpassage die wichtigste Rolle spielen, ergänzte er.

    Der Sekretär des russischen Sicherheitsrats, Nikolai Patruschew, sprach sich in Archangelsk „für die Entwicklung von Verkehrs- und Logistik-Komplexen“ in der Arktis aus.

    Experten schreiben der Nordostpassage zwar eine große Bedeutung zu, zweifeln aber daran, dass sich das Projekt rentiert. „Der Erfolg hängt vom Umschlag ab“, stellte Dmitri Alexandrow vom Investmenthaus Univer fest. „Falls er groß ist, dann ist die Nordostpassage rentabel. Aber in solchen Fragen sollte man nicht mit schnellen Renditen rechnen.“

    Themen:
    Zweites Forum „Arktis: Territorium des Dialogs“ (7)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren