19:30 22 November 2017
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    Rohstoffe für Know-How: Merkel vereinbart Kooperation mit Mongolei

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    Deutschland wird sich deutlich stärker bei der Ausbeutung der reichen Bodenschätze in der Mongolei engagieren. Beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Ulan Bator unterzeichneten beide Regierungen ein Rohstoffpartnerabkommen, meldet dpa.

    Deutschland wird sich deutlich stärker bei der Ausbeutung der reichen Bodenschätze in der Mongolei engagieren. Beim Besuch von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag in Ulan Bator unterzeichneten beide Regierungen ein Rohstoffpartnerabkommen, meldet dpa.

    Die deutsche Industrie besiegelte einen Milliardenvertrag zur Förderung von Kokskohle. „Wir sind für die Mongolei ein vertrauenswürdiger Wirtschaftspartner, der sehr an einer nachhaltigen Entwicklung der mongolischen Volkswirtschaft interessiert ist“, sagte Merkel in einer Rede auf einer Sondersitzung des mongolischen Parlaments.

    Die Kanzlerin lobte die Vorbildfunktion der jungen Demokratie in Zentralasien. Vor Merkel war noch kein deutscher Kanzler in der Mongolei. Regierungschef Sukhbaatar Batbold nannte Merkels Besuch historisch. Die Kooperation werde auf eine neue Ebene gestellt. „Wir haben die Rohstoffe. Deutschland hat das Know-How.“ Deutschland sei der wichtigste Partner der Mongolei in Europa. Merkel sicherte Batbold Unterstützung zu für die Partnerschaft mit der Europäischen Union und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit (OSZE).

    Merkel forderte das Land auf, möglichst viele Bürger an dem erwarteten Reichtum durch die Bodenschätze teilhaben zu lassen. Auch appellierte sie in ihrer Rede an die Parlamentarier, die Todesstrafe abzuschaffen. Nachdem Präsident Tsakhia Elbegdorj 2010 das Ende der Vollstreckung der Todesstrafe verkündet habe, sollte das Parlament sie nun endgültig abschaffen. Elbegdorj habe mit dem Vorstoß eine Vorreiterrolle in Asien eingenommen.

    Vertreter des deutsch-australischen Konsortiums aus BBM Operta (Mülheim/Ruhr) und Macmahon vereinbarten mit dem mongolischen Unternehmen Erdenes etliche Millionen Tonnen Koks-Kohleabbau. Das Geschäft wird auf zwei Milliarden US-Dollar geschätzt. In Tavan Tolgoi gibt es eines der weltweit größten unerschlossenen Kohlevorkommen. Siemens schloss einen Kooperationsvertrag mit Erdenes für die Entwicklung eines Kraftwerksprojekts zur Energieversorgung der Kohlemine Tavan Tolgoi. Auch bei den begehrten und knappen Metallen der Seltenen Erden bot Batbold mehr Kooperation an.

    Internationale Bergbaukonzerne liefern sich derzeit ein Rennen um die Förderung der reichen Bodenschätze des Landes. Die Mongolei mit knapp 2,8 Millionen Einwohnern gehört zu den zehn rohstoffreichsten Ländern der Welt. Trotz der Vorkommen wie Kohle und Gold leben viele Mongolen in Armut.

    Die deutsch-mongolischen Wirtschaftsbeziehungen waren bisher vergleichsweise unbedeutend. Bei den Exporten ist die Mongolei weitgehend vom Nachbarland China abhängig, bei den Importen von Russland. Merkel sprach von „nicht einfachen Ausgangsbedingungen“. Die deutsch-mongolische Handelsbilanz belief sich 2010 nur auf knapp 100 Millionen Euro. (Quelle: dpa)

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