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    BRICS-Länder um europäische Schuldenkrise besorgt – "RBC Daily"

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    Die europäische Schuldenkrise zwingt inzwischen auch die Schwellenländer zur Suche nach Auswegen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Montag.

    BRICS-Länder um europäische Schuldenkrise besorgt – "RBC Daily"

    MOSKAU, 17. Oktober (RIA Novosti). Die europäische Schuldenkrise zwingt inzwischen auch die Schwellenländer zur Suche nach Auswegen, schreibt die Zeitung "RBC Daily" am Montag.

    In der vergangenen Woche haben sich die BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) für eine Erweiterung der Vollmachten des IWF ausgesprochen. Diese Initiative soll beim kommenden Treffen der G20-Finanzminister behandelt werden.

    Nach Einschätzung der BRICS-Mitglieder sollte der derzeit bei nahezu 400 Milliarden US-Dollar liegende IWF um weitere 350 Milliarden Euro aufgestockt werden. In erster Linie würde das Italien und Spanien bei der Regelung ihrer Schuldenprobleme helfen. Danach könnte eine Sonderstruktur entstehen, an die alle Länder ihre Beiträge zahlen würden. Ein anderer Ausweg aus der aktuellen Situation wäre der Kauf der Schuldverschreibungen der „Problemländer“ durch den IWF.

    Derzeit beläuft sich der IWF auf 390 Milliarden Dollar. Wie die IWF-Chefin Christine Lagarde unlängst sagte, ist diese Summe für die Entspannung der internationalen Finanzsituation nicht ausreichend. Experten sind sich einig, dass ein Ausbau des IWF viel effektiver wäre als die Unterstützung Europas durch einzelne Länder. „Die BRICS-Länder machen sich immer mehr Sorgen um die globalen Folgen der Krise im Euroraum“, sagte der Analyst von IHS Global Insight, Rajiv Bisvas. „Denn dadurch könnten das internationale Wirtschaftswachstum und der globale Handel ins Stocken geraten, was seinerseits negative Folgen für die Entwicklungsmärkte hätte.“ Ihm zufolge sollte der IWF die Aktivitäten der größten Wirtschaften der Welt, nämlich der USA, Japans und Chinas, koordinieren.

    Die letzteren wollen aber nicht den IWF aufstocken. Die G20-Finanzminister haben am vergangenen Wochenende in Paris vereinbart, dieses Thema beim nächsten Gipfel am 3. und 4. November in Cannes zu erörtern. Vorerst werden die EU-Politiker am 23. Oktober an Maßnahmen zur Rettung der Eurozone arbeiten. US-Finanzminister Timothy Geithner sagte nach dem Pariser Treffen, Washington würde eine IWF-Vergrößerung befürworten, wenn die Europäer bei der Bekämpfung der Schuldenkrise aktiver handeln.

    Manche Politiker an beiden Ufern des Atlantiks sind allerdings überzeugt, dass die Europäer ihre Probleme selbstständig lösen sollten. Das sagte beispielsweise der kanadische Finanzminister Jim Flaherty. Auch sein deutscher Kollege Wolfgang Schäuble findet, dass die IWF-Reserven vorerst nicht vergrößert werden sollten.

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