16:11 23 November 2017
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    Internationaler Währungsfonds

    Bedingung des IWF für Kredit an Weißrussland: Treue zu Wirtschaftsreformen

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    Wirtschaft
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    Wirtschaftskrise in Weißrussland (101)
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    Um einen IWF-Kredit zu bekommen, sollen die weißrussischen Behörden laut dem Chef der IWF-Mission in Weißrussland, Chris Jarvis, ihre Bereitschaft zu den Wirtschaftsreformen beweisen und die hohe Inflation im Land bekämpfen.

    Um einen IWF-Kredit zu bekommen, sollen die weißrussischen Behörden laut dem Chef der IWF-Mission in Weißrussland, Chris Jarvis, ihre Bereitschaft zu den Wirtschaftsreformen beweisen und die hohe Inflation im Land bekämpfen.

    Bei einem Treffen mit Chris Jarvis in der vergangenen Woche sagte der Premier Weißrusslands, Michail Mjasnikowitsch, dass die weißrussische Regierung hoffe, vom Internationalen Währungsfonds einen Kredit in Höhe von drei bis sieben Milliarden US-Dollar zu bekommen. Laut Jarvis wurde eine solche Summe vom IWF niemals genannt. „Die Summen, die genannt wurden, waren mit uns nicht erörtert worden. Das war eine Einschätzung der weißrussischen Regierung“, sagte Chris Jarvis am Montag.

    „Bevor die Verhandlungen zu dem neuen Programm aufgenommen werden können, muss die Bereitschaft zu Reformen bestätigt werden, auch müssen diese Absichten mit Taten belegt werden“, sagte Jarvis am Montag in einer Pressekonferenz in Minsk. Der IWF empfehle Minsk nachdrücklich, die Inflation zu senken, fügte er an. „Es besteht die akute Notwendigkeit, die Inflation zu senken, die das Lebensniveau herabsetzt und zu wachsenden Inflationsprognosen führt“, betonte Christopher Jarvis.

    Der Internationale Währungsfonds stelle keine politischen Vorbedingungen für die Kreditgewährung. „Bei den Verhandlungen beachten wir ausschließlich Wirtschaftsfragen“, betonte Jarvis.

    „Bevor wir ein Programm vorschlagen, müssen wir prüfen, ob alle Exekutivdirektoren, die mehr als 180 Länder vertreten, bereit sind, das Programm zu unterstützen“, teilte Jarvis weiter mit.

    Nach Angaben des Pressedienstes des Ministerrates von Weißrussland hatten  IWF-Experten die Schritte der Regierung und der Nationalbank Weißrusslands in Bezug auf die weißrussische Währung positiv bewertet.

    „Die Behörden haben Schritte zur Verschärfung der Geld- und Kreditpolitik unternommen und verfolgen eine strengere Haushaltspolitik“, äußerte auch der Leiter der IWF-Mission in der heutigen Pressekonferenz. Doch Minsk sollte eine Reihe von zusätzlichen Schritten unternehmen.

    „Wir empfehlen, bis Ende 2011 Maßnahmen zu treffen, um die Ausgaben zu zügeln und die Kreditierung von staatlichen Programmen einzufrieren. Die Nationalbank muss auch weiter die Zinshöhe auf ein Niveau heben, das über der prognostizierten Inflationsrate liegt“, sagte Jarvis weiter.

    Auch eine Einschränkung der Lohnerhöhungen sei wichtig. „Das Anheben der Löhne im November 2010 trug zur Entwicklung der Krise im März 2011 bei“, stellte er fest.

    2009 bis 2010 hatte Minsk vom IWF fünf Kreditzahlungen im Rahmen des sogenannten Stand-by-Programms bekommen, der Geldbetrag erreichte dabei insgesamt rund 3,46 Milliarden US-Dollar. Die fünfte und abschließende Tranchezahlung von 670 Millionen US-Dollar erfolgte Ende März 2010.

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