13:07 21 November 2017
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    GUS-Freihandelsraum wird endlich Realität – "Wedomosti"

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    In der GUS wird demnächst ein gemeinsamer Freihandelsraum entstehen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    In der GUS wird demnächst ein gemeinsamer Freihandelsraum entstehen, schreibt die Zeitung "Wedomosti" am Mittwoch.

    Ein diesbezügliches Abkommen wurde am vergangenen Dienstag bei einem Treffen der GUS-Ministerpräsidenten unterzeichnet. Dadurch können mehrere multilaterale und etwa 100 bilaterale Vereinbarungen ersetzt werden, die den Handel im GUS-Raum bisher regelten.

    Der so genannte St. Petersburger Vertrag sei noch nicht perfekt, räumte der ukrainische Premier Nikolai Asarow ein: Er sehe bestimmte Ausnahmefälle vor, aber die Normen sollen in absehbarer Zeit korrigiert werden. Das bestätigte auch der russische Regierungschef Wladimir Putin: „In Bezug auf mehrere Warengruppen werden mit der Zeit Export- bzw. Importzölle abgeschafft.“ Zugleich informierte er, dass das Abkommen von allen GUS-Ländern außer Aserbaidschan, Usbekistan und Turkmenistan unterzeichnet worden sei. Diese Länder werden sich den Anschluss an den Petersburger Vertrag bis zum Ende des Jahres überlegen.

    Noch vor der Unterzeichnung des Handelsabkommens erinnerte Putin, dass die Arbeit daran „fast zehn Jahre“ gedauert habe.

    Der Wirtschaftsexperte des GUS-Exekutivkomitees, Andrej Kuschnirenko, hatte im Mai in einem Interview für "Wedomosti" gesagt, dass die Freihandelszone in der GUS formell nahezu seit ihrer Gründung bestehe und dass ihre Arbeit durch ein multilaterales Abkommen von 1994 und zahlreiche bilaterale Verträge geregelt werde.

    Der neue Freihandelsraum wird unter Berücksichtigung der WTO-Normen funktionieren: Die Mitgliedsländer wollen Quoten sowie Importzölle abschaffen (sie werden provisorisch nur für Spirituosen, vor allem Wodka und Zucker bleiben). Die Abschaffung von Exportzöllen sollte ein Thema für gesonderte Verhandlungen werden, aber es wurde bereits eine prinzipielle Vereinbarung erzielt.

    Für die meisten russischen Unternehmen sei das neue Abkommen lukrativ, stellte Professor Alexej Portanski von der Wirtschaftshochschule fest. Denn dadurch eröffnen sich für sie neue Absatzmärkte. Laut dem Wirtschaftsministerium gibt es allein in Weißrussland mehr als 20 Einschränkungen für russische Waren, die jetzt abgeschafft werden sollen. Manche Branchen wie Landwirtschaft und Rohrhersteller könnten auf das Problem Importwachstum stoßen, räumte der Experte ein. Der Freihandelsraum könnte aber hinsichtlich des Warenumsatzes effektiver als die Zollunion werden, ergänzte er.

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