06:34 22 November 2017
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    Kommende Wahlen bremsen Bekämpfung der Schuldenkrise in Europa - Bankchef

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    Weltweite Finanzkrise (425)
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    Wegen der kommenden Wahlen in den USA, Deutschland und Frankreich will die Staatsführung in diesen Ländern dem Chef der kasachischen Nationalbank Grigori Martschenko zufolge keine unpopulären Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise im Euro-Raum ergreifen.

    Wegen der kommenden Wahlen in den USA, Deutschland und Frankreich will die Staatsführung in diesen Ländern dem Chef der kasachischen Nationalbank Grigori Martschenko zufolge keine unpopulären Maßnahmen zur Bekämpfung der Schuldenkrise im Euro-Raum ergreifen.

    „Eine mögliche Restrukturierung der Staatsschulden ist sehr unpopulär unter den Wählern, weil dann anerkannt werden muss, dass die Politiker die Ernsthaftigkeit des Problems unterschätzt haben“, sagte Martschenko am Mittwochabend in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Prime.

    Es müsse dann auch zugegeben werden, dass die Beteuerungen, dass die Euro-Länder nicht Pleite gehen würden, unhaltbar waren. „Wenn sich in den USA, Deutschland und Frankreich 2012 keine Wahlen nähern würden, könnte die Situation deutlich schneller reguliert werden“. 

    Im September hat die Partei von Bundeskanzlerin Angela Merkel bei den Regionalwahlen in Deutschland verloren. Einer der Gründe dafür war wohl die bei den Wählern unbeliebte Finanzhilfe an Schuldenstaaten.

    Nationale politische Interessen stünden derzeit über den globalen wirtschaftlichen Angelegenheiten. „Keiner will bei den Wahlen verlieren“, sagte Martschenko. Doch alle anderen Teilnehmer der globalen Wirtschaft bedauern diese Situation sehr, da sie dieses Problem schnellstmöglich lösen wollen.

    „Solange die Märkte auf Vereinbarungen warten, wachsen sie. Wenn es aber klar wird, dass keine Vereinbarungen erreicht wurden, fallen sie sofort“, so Martschenko. Dann werde ein neuer Termin festgelegt. „Theoretisch könnte dies noch 15 bis 18 Monate dauern. Optimal wäre aber eine Vereinbarung noch im Oktober oder November. Die Märkte fürchten Ungewissheit“.

    Es wird erwartet, dass die europäische Führung noch an diesem Sonntag bei dem EU-Gipfel ihren Plan zur Bekämpfung der Schuldenkrise im Euro-Raum bekannt gibt.

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