13:14 21 November 2017
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    Gut für das Image: USA und Türkei wollen SOZ-Partner werden – "Kommersant"

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    Washington und Ankara sind an einer Partnerschaft mit der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) interessiert, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Washington und Ankara sind an einer Partnerschaft mit der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) interessiert, schreibt die Zeitung "Kommersant" am Freitag.

    Seit der Gründung der Shanghaier Organisation im Jahr 2001 (sie vereinigt Russland, China, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan und Usbekistan) tat Moskau sein Bestes, um die internationale Anerkennung der SOZ zu erreichen. Mit dieser Organisation wollte der damalige Präsident Putin den wachsenden Einfluss Washingtons in Zentralasien in den früher 2000er Jahren eindämmen.

    In dieser Zeit hat SOZ partnerschaftliche Beziehungen zu anderen internationalen Gremien aufgenommen, darunter mit der UNO, der OSZE und den von Russland gestifteten GUS, OVKS und EAWG. „Das Interesse Ankaras und Washingtons an der SOZ beweist, dass wir in einer sehr kurzen Zeit eine starke und einflussreiche Organisation geschaffen haben“, sagte ein Sprecher des russischen Außenministeriums. 
       
    Laut der so genannten Satzung für SOZ-Dialogpartner vom August 2008 wird dieser Status Ländern bzw. Organisationen verliehen, „die die Ziele und Prinzipien der SOZ teilen und an einer gleichberechtigten und beiderseitig nützlichen Partnerschaft mit der SOZ interessiert sind.“ Dabei ist der Partnerstatus nicht so vorteilhaft wie der Beobachterstatus. Partner dürfen lediglich an Wahlverfahren in der SOZ teilnehmen, haben allerdings keinen Zugang zu nicht öffentlichen Dokumenten der Organisation.

    Die Türkei reichte den Antrag auf Partnerschaft mit der SOZ im April ein. „Dank Russland und China, die einen großen Einfluss auf die Weltpolitik haben und wirtschaftlich stark sind, hat sich die SOZ als eine effektive Struktur etabliert“, sagte ein Diplomat in Ankara. „Wenn man bedenkt, dass die Mongolei, Indien, Pakistan und Iran Beobachterstatus haben und Sri Lanka und Weißrussland Dialogpartner sind, verwandelte sich die SOZ in eine der größten Organisationen in Eurasien. Unsere Beziehungen zu dieser Organisation werden einen wichtigen Beitrag zu unserer ohnehin effektiven und vielschichtigen Außenpolitik leisten und uns die Möglichkeit geben, die Ereignisse in der SOZ zu beobachten und unsere Ansichten den Mitgliedern dieser Organisation zu präsentieren.“

    Ähnlich begründete auch das US-Außenministerium sein Interesse für die SOZ: „Wir hatten das Potenzial dieses Gremiums unterschätzt. Es ist bewundernswert, dass Moskau und Peking innerhalb von nur zehn Jahren eine Organisation mit einer klaren Konzeption und wachsenden Einflusskraft geschaffen haben“, stellte ein Sprecher fest. „Natürlich lässt sie sich nicht mit der Nato vergleichen, denn die SOZ-Mitgliedsländer haben ganz unterschiedliche Werte. Dennoch ist das ein interessantes Format mit einem beträchtlichen Wachstumspotenzial. Wir wollen möglichst viel über die Arbeit dieser Organisation wissen.“

    Wenn aber Washington den Antrag auf eine Partnerschaft mit Shanghaier Organisation stellen würde, könnte es damit Probleme geben. „Russland und sogar China sind bereit, den Amerikanern den Partnerstatus zu verleihen“, sagte ein russischer Diplomat. „Die USA würden dadurch keine großen Geheimnisse erfahren, aber das wäre gut für das Image der SOZ. Aber manche Länder in Zentralasien, darunter Usbekistan, wären dagegen.  Denn die USA würden unbedingt das Thema Menschenrechte aufwerfen, und aus dieser Sicht sind sie für manche zentralasiatische Länder kein bequemer Gesprächspartner.“

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