02:58 22 November 2017
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    IWF schließt deutliches Wachstumsplus für Russland nicht aus - „Nesawissimaja Gaseta“

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    Russland kann ein Wirtschaftswachstum von sechs Prozent erreichen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Russland kann ein Wirtschaftswachstum von sechs Prozent erreichen, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Das sagte Odd Per Brekk, Chef der IWF-Vertretung in Moskau, am Donnerstag während einer Konferenz über den russischen Finanzmarkt mit. Zuvor hatte er für Russland ein BIP-Wachstum von 4,3 Prozent in diesem Jahr und von 4,1 Prozent im kommenden Jahr vorausgesagt.

    Die Prognosen des russischen Wirtschaftsministeriums sind bescheidener. Laut dem Ministerium wird das Wirtschaftswachstum in diesem und in den kommenden zwei Jahren jeweils bei 4,1, 3,7 und vier Prozent liegen.

    Wie der stellvertretende Wirtschaftsminister Andrej Klepatsch am Donnerstag mitteilte, kann sich die Situation verändern. Eine weitere Wirtschaftsstagnation in Europa kann zum Rückgang des Wachstums in Russland auf 2,5 bis drei Prozent führen. Wenn Europa weiter stagniert, können die Rohstoff- und Ölmärkte nervös darauf reagieren. Bei einem Ölpreis von 80 bis 90 Dollar wird sich die russische Wirtschaft zwar langsamer entwickeln, aber immer noch geschützt sein. In diesem Fall kann die Prognose nicht bei 3,7 Prozent, sondern bei 2,5 bis drei Prozent liegen“, sagte Klepatsch.

    Laut Experten der Ratingagentur Moody’s wird das reale BIP-Wachstum in Russland angesichts der langsamen Wiederherstellung der Weltwirtschaft im kommenden Jahr von 3,8 auf 2,8 Prozent sinken. Wie Sergej Karychalin vom Investmenthaus TKB Kapital betonte, benutzt der IWF bei seinen Prognosen vorsichtige Begriffe – „hat Möglichkeiten“, „kann erreichen“. „Kaum jemand zweifelt daran, dass es Möglichkeiten für die Beschleunigung des Wirtschaftswachstums und den Rückgang der Inflationsrate gibt“, sagte Karychalin. „Für ein Wachstum von sechs Prozent ist eine andere Wirtschaftspolitik vonnöten, die sich sehr stark von der jetzigen unterscheiden muss. Mit der jetzigen Politik ist bestenfalls ein Wachstum von vier Prozent zu erwarten“, betonte der Experte.

    In Russland müssten Impulse die Wirtschaftsentwicklung antreiben und ein günstiges Wirtschaftsklima geschaffen werden. Dazu gehören niedrigere Steuern, der Kampf gegen Monopolisierung u.a. „Bislang ist kein großer Fortschritt in diesen Richtungen zu erkennen. Deswegen rechnen wir nicht mit einem höheren Wachstumstempo“, sagte Karychalin.

    Laut Ilja Balakirew vom UFS Investment Company hängt vieles nicht nur von der Situation in Russland ab. „Die Bedingungen für ein intensiveres Wachstum können auch dank einer positiven Dynamik auf den Handelsmärkten und einem guten Liquiditätsniveau im Weltfinanzsystem entstehen“, sagte Balakirew.

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