18:12 14 August 2018
SNA Radio
    Wirtschaft

    „Nesawissimaja Gaseta“: Turkmenistan verdrängt Gazprom vom chinesischen Markt

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    0 0 0

    Turkmenistans Staatschef Gurbanguly Berdymuchamedow hat am Freitag seinen viertägigen China-Besuch abgeschlossen. Unterzeichnet wurden 14 Verträge - einer davon sieht eine Vergrößerung der turkmenischen Gaslieferungen an China um 25 Milliarden Kubikmeter im Jahr vor, berichtet die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Turkmenistans Staatschef Gurbanguly Berdymuchamedow  hat am Freitag seinen viertägigen China-Besuch abgeschlossen. Unterzeichnet wurden 14 Verträge - einer davon sieht eine Vergrößerung der turkmenischen Gaslieferungen an China um 25 Milliarden Kubikmeter im Jahr vor, berichtet die „Nesawissimaja Gaseta“ am Freitag.

    Damit wird China in naher Zukunft jährlich insgesamt 65 Milliarden Kubikmeter Gas bekommen. Mit der Vergrößerung der Gaslieferungen hat Aschchabad einerseits seine Abhängigkeit vom russischen Absatzmarkt verringert und andererseits die Pläne von Gazprom auf dem chinesischen Markt in Gefahr gebracht.

    Am Donnerstag hatte der turkmenische Staatschef an der offiziellen Übergabe einer 8700 Kilometer langen Gaspipeline in einem Gesamtwert von 22 Milliarden Dollar teilgenommen, über die das turkmenische Gas in die chinesische Provinz Guangdong geliefert wird. Nach Angaben der chinesischen staatlichen Ölgesellschaft CNPC wird der Gasimport aus Turkmenistan Mitte 2012 bei 30 Mrd Kubikmeter liegen, 2015 wird die Jahresleistung der Pipeline 65 Mrd Kubikmeter betragen.

    Kasachstan und Usbekistan sollen dabei ihr Gas in die Röhre mit hineinpumpen. Usbekistan wird nach der endgültigen Fertigstellung des Pipelinesystems zehn Milliarden und Kasachstan 12 bis zu 15 Milliarden Kubikmeter liefern. 

    „Auf diese Weise macht Turkmenistan faktisch seine Verluste beim Gasexport in Richtung Russland wett“, schreibt das Blatt. „Der bisher größte Abnehmer von turkmenischem Gas, der Konzern Gazprom, hat bis zu 42 Mrd Kubikmeter Gas im Jahr erworben, das er anschließend an Europa weiterverkaufte. Aschhabad warf der russischen Seite mehrmals vor, sie missbrauche ihre Monopolstellung, und versuchte, selbständig auf neue Märkte zu kommen. Die Situation änderte sich im April 2009 nach einer Explosion auf dem Abschnitt der Gaspipeline Mittelasien – Zentrum-4: Infolge einer Verringerung der Gaskäufe durch europäische Länder hatte Gazprom trotz anders lautender Vereinbarungen den Umfang seiner Gaskäufe in Turkmenistan reduziert, was zu der Havarie führte. Nach einer längerer Streiterei und der Suche nach dem Schuldigen nahm Gazprom erst ein Jahr danach die Käufe von turkmenischem Gas wieder auf und verringerte diese auf elf Mrd Kubikmeter im Jahr. Die Suche nach alternativen Gasabnehmern wurde damit für Aschchabad zu einer bitteren Notwendigkeit. Das Problem wurde recht schnell gelöst: Die Gas-Nachfrage in China nimmt ständig zu.“

    „Trotz der neuen Vereinbarungen mit Peking hat Aschchabad nicht vor, andere Exportrichtungen aufzugeben“, führt die Zeitung weiter aus. „Das turkmenische Gas wird über zwei Pipelines in einem Jahresumfang von 25 Mrd Kubikmeter an den Iran geliefert. Gearbeitet wird auch an Projekten in Richtung Süden – nach Afghanistan, Pakistan und Indien, sowie in Richtung Westen – nach Europa.“

    Wie Michail Kurtichin, Analyst der Gesellschaft RusEnergy, feststellt, haben die Erfolge Turkmenistans in China die Pläne von Gazprom durchkreuzt: Der Konzern führt seit sieben Jahren Verhandlungen mit Peking über Gaslieferungen. „Bis 2015 wird China 60 bis 65 Mrd Kubikmeter im Jahr aus Mittelasien und weitere zehn Mrd Kubikmeter aus Myanmar bekommen“, betont der Experte. „Bis zu 44 Mrd Kubikmeter im Jahr wird der Import von verflüssigtem Gas aus Australien betragen. Auch die eigene Gasförderung nimmt zu. All das zeugt davon, dass China bis 2015 keinen Bedarf mehr an russischem Gas haben wird.“

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren