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    Gazprom gibt im Streit um Gaspreise für europäische Kunden nach

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    Die russische Gasholding Gazprom hat den Erdgaspreis bei langfristigen Verträgen mit europäischen Verbrauchern durchschnittlich um zehn Prozent gesenkt, teilt die Zeitung Financial Times unter Berufung auf eine Erklärung des Vizevorsitzenden des Gazprom-Vorstandes Alexander Medwedew mit.

    Die russische Gasholding Gazprom hat den Erdgaspreis bei langfristigen Verträgen mit europäischen Verbrauchern durchschnittlich um zehn Prozent gesenkt, teilt die Zeitung Financial Times unter Berufung auf eine Erklärung des Vizevorsitzenden des Gazprom-Vorstandes Alexander Medwedew mit.

    Laut Alexander Medwedew beschloss Gazprom nach Verhandlungen mit einer Reihe von wichtigen Kunden - GDF Suez (Frankreich), Wingas (BRD), dem slowakischen Gasversorgungsunternehmen SPP und dem türkischen Konzern Botas - Zugeständnisse zu machen.

    „Unsere Partner hatten eine Preiskorrektur beantragt… Wir korrigierten die Parameter der (Preis-)Formel, was zu einer relativen Preissenkung um zehn Prozent im Durchschnitt führte“, zitiert die Zeitung Medwedew. Der Gaskonzern hat sich jedoch mit der Kundenforderung, den Gasumfang zum Spotmarktpreis zu vergrößern, nicht einverstanden erklärt, fügte der Gazprom-Vertreter an.

    Nach Medwedews Worten wird der neue Gaspreis die Konkurrenzfähigkeit des russischen Erdgases garantieren.

    Wie Gazprom zuvor mitteilte, hatte der Energiekonzern 2011 die Gasproduktion um 0,9 Prozent auf 513 Milliarden Kubikmeter und die Gaslieferungen nach Europa um acht Prozent auf 150 Milliarden Kubikmeter erhöht.

    Eine Reihe europäischer Gasimporteure hatte sich an die Aktiengesellschaft Gazprom Export mit dem Antrag gewandt, den Gaspreis bei langfristigen Verträgen zu senken. Die Gazprom-Kunden begründeten diese Forderung mit einer neuen Situation auf dem Weltmarkt (ein Angebotsüberschuss an Erdgas und eine wesentliche Diskrepanz zwischen den Spotpreisen und den Preisen bei langfristigen Verträgen).

    2011 wurden die Gaspreise für solche Unternehmen wie PremiumGas, Edison, GDF Suez, Wingas, SPP und Sinergie Italiane nach unten korrigiert. Anfang Januar 2012 wurde ein Abkommen über die vorfristige Korrektur des Vertragspreises mit dem österreichischen Unternehmen Econgas unterzeichnet.

    Im November 2011 hatte Alexander Medwedew angekündigt, dass im Winter 2011/2012 der Erdgaspreis an europäischen Börsen auf 400 US-Dollar je 1000 Kubikmeter steigen werde (2009 waren es 200 US-Dollar). Seine Prognose hat sich aber nicht bestätigt.

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