15:18 22 Juni 2018
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    Gazprom verklagt Litauen wegen EU-Energiepaket - Vilnius überrascht

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    Im Streit zwischen Russland und der Europäischen Union um das Dritte EU-Energiepaket hat der russische Gasmonopolist Gazprom die litauische Regierung verklagt.

    Im Streit zwischen Russland und der Europäischen Union um das Dritte EU-Energiepaket hat der russische Gasmonopolist Gazprom die litauische Regierung verklagt.

    Die Klage bei der UN-Kommission für internationales Handelsrecht (UNCITRAL) in Wien sei zum Schutz der eigenen Interessen eingereicht worden, teilte der russische Konzern am Donnerstag in Moskau mit. Mit dem Dritten EU-Energiepaket will Brüssel die Gasproduktion und Gasverteilung entflechten. Russland hatte die Pläne wiederholt als Versuch einer Enteignung kritisiert.

    Die Klage trage nicht zu einem positiven Dialog bei, sagte Litauens Energieminister Arvydas Sekmokas in Vilnius. "Wir sind überrascht über solch eine Stellungnahme." Sein Sprecher Kestutis Jauniskis sagte, dass Handlungen von Gazprom nicht zu einem am 27. Februar aufgenommenen Dialog beitragen werden.

    "Ich würde die Situation nicht dramatisieren", sagte Litauens Regierungschef Andrius Kubilius, der sich zurzeit zu einem Besuch in Brüssel aufhält. "Am (vergangenen) Montag hatten wir uns darauf geeinigt, dass Gazprom die Aufteilung von Eigentum im Gassektor Litauens bis Ende 2014 akzeptiert… Um die Interessen der Aktionäre zu wahren, erklären wir uns zu Verhandlungen mit Gazprom und dem deutschen Energiekonzern Eon Ruhrgas bereit", wurde Kubilius von litauischen Medien zitiert. 

    Litauen hatte 2011 ein neues Energiegesetz verabschiedet, um den bisher von Gazprom kontrollierten Markt für Erdgas zu öffnen. Die baltische Republik will ihren einzigen Gasversorger Lietuvos Dujos in zwei unabhängige Konzerne aufteilen. Gazprom ist derzeit mit 37,1 Prozent an dem Unternehmen beteiligt und dürfte als einziger Gaslieferant bei einer Zerschlagung von Lietuvos Dujos nicht mehr an der Transportgesellschaft beteiligt sein. Größter Anteilseigner an Lietuvos Dujos ist die deutsche Eon Ruhrgas International GmbH mit 38,9 Prozent.

    17,7 Prozent der Anteile werden vom Litauischen Staatsvermögensfonds kontrolliert. 6,3 Prozent der Aktien sind im Streubesitz. Laut Plänen soll Lietuvos Dujos bis Ende Oktober 2014 in zwei Unternehmen aufgeteilt werden.

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