18:53 30 September 2016
Radio
    Wirtschaft

    Währungskrieg: BRICS-Länder machen Front gegen US-Dollar „Rossijskaja Gaseta“

    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    02410

    Die BRICS-Länder haben Angriff auf den US-Dollar als weltweite Handelswährung gestartet, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Die BRICS-Länder haben Angriff auf den US-Dollar als weltweite Handelswährung gestartet, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Montag.

    Die BRICS-Länder (Brasilien, Russland, Indien, China, Südafrika) wollen ihre Nationalwährungen im gegenseitigen Handel und bei Krediten verwenden. Ein entsprechendes Abkommen könnte während des am 29. März anstehenden BRICS-Gipfels in Neu-Delhi unterzeichnet werden.

    Falls es dazu kommt, würde fast die halbe Welt bei der gegenseitigen Kreditvergabe auf den US-Dollar verzichten. Experten halten das für einen Vorteil angesichts der mit dem US-Finanzsystem verbundenen Risiken, warnen allerdings, dass dieses Vorhaben schwer umzusetzen sein könnte.

    Das neue Abkommen könne zustande kommen, findet Alexej Mamontow, Präsident des Moskauer internationalen Währungsverbands. Das Wirtschaftswachstum in den BRICS-Ländern sei stabil, betonte er. Vor allem China und Russland, die über enorme Gold- und Devisenreserven verfügen, haben große Möglichkeiten bei der Vergabe von Krediten, stimmte Andrej Susdalzew von der Moskauer Wirtschaftshochschule zu.

    Peking und Moskau wollen ihre Positionen auf den internationalen Märkten stärken, ergänzte er. Sie seien zudem bereit, ihre Beiträge für den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu erhöhen und die Eurozone bei der Lösung ihrer Schuldenprobleme zu unterstützen. „Es gibt eine Nachfrage für diese Hilfe, aber jemand will, dass China und Russland weiterhin am Rande der Finanzmärkte bleiben“, vermutete Experte Susdalzew. Dank des neuen Abkommens könnten die BRICS-Länder ihre Positionen festigen.

    Für China und Russland ist dies nicht der erste Versuch in diesem Bereich. Peking ist durch ähnliche Verträge mit Singapur, Malaysia, Hongkong, Südkorea, Indonesien, Japan, Russland usw. verbunden. Russland will seinen Rubel vor allem im postsowjetischen Raum als Handelswährung etablieren, dessen Anteil am Handel mit den GUS-Ländern inzwischen bei etwa 60 Prozent liegt.

    Aber der Yuan und der Rubel hätten auch Schwächen, warnte Susdalzew. Die chinesische Währung sei inkonvertibel und außerdem an den US-Dollar gebunden. Der Rubel ist vor allem wegen der mangelhaften Diversifizierung der russischen Wirtschaft anfällig, stellte Mamontow seinerseits fest.

    Darüber hinaus verwies Susdalzew auf den geringen Handelsumsatz zwischen den BRICS-Ländern. Brasilien richte sich vor allem nach dem südamerikanischen Markt. Chinas wichtigste Handelspartner seien und bleiben die USA und Europa. Auch für Russland macht das Exportgeschäft mit den EU-Ländern 48 Prozent seines gesamten Außenhandels aus.

    Die Situation ändere sich aber ziemlich schnell, räumte der Experte ein: Der Handelsumsatz zwischen Brasilien und China sei im vergangenen Jahr um 37 Prozent gewachsen, zwischen Brasilien und Indien um 20 Prozent, zwischen Russland und China um 42 Prozent. Die gegenseitige Kreditierung in den Nationalwährungen könnte den Handelsbeziehungen innerhalb der BRICS-Gemeinschaft weitere Impulse geben.

     

    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Top-Themen