10:53 18 Oktober 2018
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    Kein Atommeiler in Belene: Bulgarien ersetzt AKW durch Wärmekraftwerk - Zeitung

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    Nach sechs Jahren Bau am Atomkraftwerk Belene gibt Bulgarien einem Zeitungsbericht zufolge das Projekt auf. Statt dem Atommeiler, an dem bis jetzt Russland baut, soll in der nordbulgarischen Kleinstadt ein Wärmekraftwerk entstehen.

    Nach sechs Jahren Bau am Atomkraftwerk Belene gibt Bulgarien einem Zeitungsbericht zufolge das Projekt auf. Statt dem Atommeiler, an dem bis jetzt Russland baut, soll in der nordbulgarischen Kleinstadt ein Wärmekraftwerk entstehen.

    Bulgarien verzichte auf den Bau des AKW Belene, berichtete die Internetzeitung Bgnes unter Berufung auf den bulgarischen Vize-Finanzminister Vladislav Goranov. Das Kabinett in Sofia habe am Mittwoch beschlossen, statt des Atomkraftwerkes ein gasbetriebenes Wärmekraftwerk errichten zu lassen.

    Der bereits fast fertig gebaute Reaktor solle aus Belene nach Kosloduj gebracht und am einzigen bulgarischen Kernkraftwerk montiert werden, so die Zeitung weiter. Mit der Montage solle Russland beauftragt werden. In Kosloduj sind zurzeit zwei Reaktoranlagen im Betrieb.

    Die Bauarbeiten am Atomkraftwerk Belene hatten 1987 begonnen, wurden jedoch vier Jahre später eingestellt. Im Jahr 2004 beschloss das Kabinett in Sofia, das Kraftwerk doch noch fertig zu bauen. Der russische Konzern Atomstroyexport konnte die Ausschreibung der bulgarischen Regierung für den Bau von zwei Reaktoranlagen von je einem Gigawatt Leistung für sich entscheiden.

    Im Oktober 2009 stieg der deutsche Energiekonzern RWE, der 49 Prozent der Anteile hielt und dementsprechend die Finanzierungskosten zu tragen hatte, wegen der Krise aus dem Projekt aus. Auch der bulgarische Premierminister Bojko Borissow zog die Zweckmäßigkeit des Projektes in Zweifel. Im vergangenen Jahr verklagte der russische AKW-Bauer Atomstroyexport Bulgarien wegen Zahlungsrückständen auf 58 Millionen Euro.

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