14:50 18 August 2017
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    Slowenien beantragt möglicherweise als sechstes Euro-Land Finanzhilfe

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    Weltweite Finanzkrise (425)
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    Slowenien kann laut Analysten das sechste Euro-Land werden, das wegen seiner Probleme im Banksektor finanzielle Unterstützung benötigen wird, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

     Slowenien kann laut Analysten das sechste Euro-Land werden, das wegen seiner Probleme im Banksektor finanzielle Unterstützung benötigen wird, berichtet die Nachrichtenagentur Bloomberg.

    Bisher haben Griechenland, Portugal, Irland, Spanien und Zypern die EU-Behörden um finanzielle Hilfe ersucht.

    „Die Wahrscheinlichkeit, dass Slowenien die nächste kleine Volkswirtschaft sein wird, die bei der EU um Finanzhilfe zur Unterstützung des Bankensektors ansucht, nimmt zu“, zitiert Bloomberg den Wirtschaftsexperten des Warschauer Büros von BNP Paribas SA, Michal Dybula.

    Am Vortag hatte die EU-Kommission beschlossen, dem größten slowenischen Geldinstitut Nova Ljubljanska Banka (NLB) 382,9 Millionen Euro an Staatshilfen bereitzustellen. Zugleich begann sie, die Effizienz der laufenden Sanierung der Bank zu überprüfen. Es ist dies bereits die zweite Rekapitalisierung der Bank seit zwei Jahren. Der ersten Hilfszahlung von 250 Millionen Euro für die Kapitalerhöhung der Bank hatte die EU-Kommission im März 2011 zugestimmt.

    Der slowenische Premier Janez Jansa hatte Ende Juni mitgeteilt, sein Land könnte das griechische Szenario wiederholen. Vor einigen Tagen beteuerte er jedoch, dass die Regierung des Landes alles nur Mögliche unternehmen werde, um die Situation zu stabilisieren und der Notwendigkeit, Finanzhilfe von außen beantragen zu müssen, auszuweichen.

    Sollte die Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone eskalieren, werde das die Rendite der Staatsanleihen auf einen Stand hochtreiben, bei dem eine Unterstützung des Internationalen Währungsfonds und der EU erforderlich sein wird, äußert William Jackson, Experte von Capital Economics. Es müsse nicht unbedingt in naher Zukunft geschehen, aber diese Möglichkeit sei nicht auszuschließen.

    Laut Finanzminister Janez Sustersic besteht das Wichtigste darin, die Rekapitalisierung von NLB abzuschließen. „Ich glaube, wir können das über eine Inlandsfinanzierung lösen“, räumte er ein. 

    Das slowenische Bruttoinlandsprodukt (BIP) betrug im Jahr 2012 nach Angaben von Eurostat 35,354 Milliarden Euro. Die Staatsverschuldung ist auf etwa 47,6 Prozent des BIP angestiegen - doppelt so viel wie nach der Umstellung auf den Euro 2007. Bis Ende 2012 kann sie auf 54,7 Prozent des BIP steigen.

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