15:47 21 August 2017
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    Experten-Prognose: Russland schrammt an Rezession vorbei - „Wedomosti“

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    Die Experten rechnen im zweiten Halbjahr mit einer Verlangsamung der russischen Wirtschaft, einer wachsenden Inflation und einer Schwächung des Rubels, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

    Die Experten rechnen im zweiten Halbjahr mit einer Verlangsamung der russischen Wirtschaft, einer wachsenden Inflation und einer Schwächung des Rubels, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ am Dienstag.

    Russland ist eines der wenigen Schwellenländer, dessen Wachstum zu Jahresbeginn zugenommen hat und trotz der Flaute im zweiten Quartal nach wie vor bei mehr als vier Prozent liegen wird. Aufgrund der Verschlechterung der Situation in den USA sowie in China und der möglichen Rezession in der EU, was zu einem 30-prozentigen Rückgang der Ölpreise geführt hat, wird sich das Wachstum noch spürbarer verlangsamen. Russland wird zwar keine Insel der Stabilität sein, aber im positiven Bereich bleiben - natürlich nur, wenn die Welt nicht endgültig im Chaos versinkt.

    Die Industrie zog aber vor, sich im Voraus auf schwere Zeiten einzustellen, betont Natalia Orlowa von der russischen Alfabank: Ihre Vorräte sind im vergangenen Jahr nicht angestiegen, seit Ende 2011 verkaufen die Hersteller ihre Überschüsse. Hinzu kommt die Verlangsamung der Investitionsaktivitäten. Die Konsumnachfrage wird dank der Lohnerhöhungen im staatlichen Sektor und des schnell wachsenden Kreditgeschäfts die wichtigste Triebkraft bleiben, meint die Expertin.

    Wenn die Ölpreise bei 90 US-Dollar je Barrel liegen werden, passiert nichts Schlimmes, beruhigt Kirill Tremassow von der Nomos-Bank.

    Sollte der Ölpreis unter 90 US-Dollar fallen, wird der Dollar etwa 35 bis 36 Rubel kosten, die Inflation mehr als sieben Prozent erreichen, die Zinssätze werden ansteigen, die Situation auf dem Geldmarkt wird sich verschärfen und die Regierung wird die Reserven anzapfen müssen.

    Die Wirtschaftsexperten gehen jedoch davon aus, dass eine Katastrophe auf den Weltfinanzmärken vermieden werden kann.

    Sollte Griechenland aus der Eurozone aussteigen, wird Russland nur eine Mini-Rezession, etwa 0,2 Prozent, zu spüren bekommen, so die Experten von Renaissance Capital und der Moskauer New Economic School. Erst wenn Spanien Griechenland folgen sollte, würde das zum Zerfall der Eurozone und einer tiefen Rezession führen. Das BIP Russlands würde 2012 um 2,7 Prozent  und 2013 um fünf Prozent zurückgehen.

    Das Wirtschaftswachstum kann nur mit Strukturreformen, der Verbesserung des Geschäftsklimas und dem Rückgang der Korruption beschleunigt werden, so Alexander Morosow von HSBC. Die globalen Investoren sind skeptisch gegenüber Russland eingestellt und glauben nicht an die vom Kreml versprochenen Reformen, weil sie sehen, dass sich in den vergangenen Jahren kaum etwas geändert habe, räumt der Generaldirektor der Renaissance Group, Steven Jennings, ein. Ihm zufolge muss Russland möglichst schnell Maßnahmen ergreifen.

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