04:22 25 September 2017
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    Ölpreis auf Achterbahnfahrt: Welchen Anteil hat die Iran-Krise? – „Rossijskaja Gaseta“

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    Das russische Finanzministerium erstellt im August eine neue Haushaltsprognose für 2013, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Das russische Finanzministerium erstellt im August eine neue Haushaltsprognose für 2013, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Donnerstag.

    Als Ausgangspunkt gelte ein Ölpreis von 60 Dollar pro Barrel, teilte Vize-Finanzminister Alexej Lawrow gestern mit.

    Der Ölpreis glich zuletzt einer Achterbahnfahrt: In dieser Woche überstieg er seit Mitte Juni erstmals die 100-Dollar-Marke. Experten warnen jedoch, dass er in den kommenden zwei Monaten zwischen 93 und 105 Dollar schwanken könnte.

    Einer der Faktoren, von denen der Preis für das „flüssige Gold“ abhängt, ist die Krise um den Iran. In dieser Woche wurde bekannt, dass Teheran einen Gesetzentwurf über die Sperrung der Straße von Hormus vorbereitet hat, einem der wichtigsten Ölhandelswege der Welt. Die Antwort aus Amerika ließ nicht lange auf sich warten: Der Schiffsverkehr in der strategisch wichtigen Meerenge werde durch das Völkerrecht geregelt und könne nicht von einem einzigen Staat gesperrt werden.

    Außerdem wolle Washington seine Militärpräsenz in der Golfregion stärken, berichtete neulich die Zeitung „New York Times“.

    Experten der Business School Skolkovo rechnen damit, dass die Öllieferungen auf den Weltmarkt bei einer Blockade des Transportweges im Persischen Golf um 17 Millionen Barrel pro Tag (83 Millionen Tonnen pro Jahr) zurückgehen könnten.

    Julia Woitowitsch (InvestCafé) verwies auf alternative Ölhandelsrouten, deren Durchlasskapazitäten jedoch bedeutend geringer als die der Straße von Hormus seien.

    Nachdem die EU-Länder ein Öl-Embargo gegen den Iran beschlossen hatten, sank das Angebot des Rohstoffs um eine Million Barrel täglich, was die Preise in die Höhe getrieben hat. Sollte die Straße von Hormus blockiert werden, würden die Preise weiter steigen. Analyst Dmitri Alexandrow von Univer Capital erwartet jedoch nicht, dass es dazu kommen wird. „Der Iran wird sich für die Blockade nur unter außerordentlichen Bedingungen entscheiden“, betonte er.

    Dem Branchenkenner zufolge ist der Iran überhaupt nicht der wichtigste Faktor für die Entwicklung der Ölpreise. „Von dem Embargo hatten schon seit langem alle gewusst, diese Nachricht hat bereits zur Preissenkung von 110 auf 90 Dollar geführt“, erinnerte er. „Nach dem EU-Gipfel, deren Teilnehmer unerwartet konkrete Maßnahmen zur Unterstützung des Bankensektors vereinbart hatten, stieg der Preis jedoch von 90 auf 100 Dollar. Somit ist der Finanzfaktor derzeit viel wichtiger als alle anderen.“

    Die Europäische Zentralbank wird heute neue Maßnahmen zur Wirtschaftsförderung mitteilen. Deshalb könnte der Ölpreis bis Ende dieser Woche etwas zulegen, vermuten Experten. Dass er sich stabilisiert, ist nicht anzunehmen. „Die Sommerzeit ist immer schwierig für die Märkte“, stellte Alexandrow fest. „Ich gehe davon aus, dass der Ölpreis zwischen 93 und 105 Dollar pro Barrel liegen wird.“