18:59 18 Januar 2018
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    Ausländische Investoren ziehen ihr Kapital aus Russland ab– "Kommersant"

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    Laut einem Bericht der Zentralbank Russlands sind die Direktinvestitionen aus dem Ausland im ersten Vierteljahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent auf 28 Milliarden Dollar geschrumpft, stellt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag fest.

    Laut einem Bericht der Zentralbank Russlands sind die Direktinvestitionen aus dem Ausland im ersten Vierteljahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 53 Prozent auf 28 Milliarden Dollar geschrumpft, stellt die Zeitung „Kommersant“ am Freitag fest.

    Die reinen Investitionen in die Verarbeitungsindustrie sind hingegen massiv gewachsen – von 370 Millionen Dollar im ersten Quartal 2011 auf 2,9 Milliarden Dollar im ersten Vierteljahr 2012. Das waren 23 Prozent der gesamten Investitionen.

    Den Investitionszuwachs in der Verarbeitungsindustrie führt die Zentralbank auf die intensive Entwicklung der chemischen und der Hüttenindustrie zurück – beide Branchen erleben einen Aufschwung dank des Preisanstiegs für ihre Produkte. (Vor einem Jahr noch wurde in diesen Industriezweig kaum investiert.)

    Gleichzeitig sind die reinen Investitionen in die Baubranche und in den Groß- und Kleinhandel um mehr als 50 Prozent zurückgegangen. Die Investitionen in den Finanzsektor, der dem Statistikamt Rosstat zufolge einer der wichtigsten Wachstumsfaktoren im ersten Vierteljahr war, gingen um 21 Prozent zurück.

    Die Zentralbank-Statistik enthält keine Informationen über die Investitionen aus einzelnen Ländern. Laut Rosstat kommt das meiste Kapital aus Steueroasen. Dabei handelt es sich um russische Investitionen. Anhand der Zentralbank-Zahlen im ersten Quartal und der Prognose für das zweite kann man schlussfolgern, dass russische Investoren im Ausland viel aktiver den Nichtfinanzsektor finanziert haben als Ausländer den russischen Nichtfinanzsektor: Der Saldo der Direktinvestitionen in Russland war zwischen Januar und März negativ (minus 1,2 Milliarden Dollar).

    Wenn man den Rückgang der Ölpreise und die Abwertung des russischen Rubels im zweiten Quartal bedenkt, kann man feststellen, dass die russischen Aktiva immer billiger und die durch die europäische Schuldenkrise bedingten Risiken immer größer werden.

    Die Zentralbank betrachtet die ausländischen Investitionen inzwischen nicht mehr als einen Faktor des russischen Wirtschaftswachstums. „Kurzfristige Kapitalzuflüsse und das auf ausländische Investitionen orientierte Wirtschaftswachstum machen das russische Finanz- und Wirtschaftssystem anfällig.“, sagte vor wenigen Tagen der Vizevorsitzende der Zentralbank, Alexej Uljukajew. Premier Dmitri Medwedew verwies seinerseits darauf, dass ein günstiges Investitionsklima zu den wichtigsten Aufgaben der Regierung gehöre, räumte jedoch zugleich ein, dass Russland es nicht schaffen wird, bis 2018 in die Gruppe der 20 Länder mit dem besten Geschäftsklima aufzusteigen. „Ich weiß nicht, was daraus wird, aber ich will hoffen, dass wir gemeinsam wesentliche Fortschritte in diesem Bereich machen“, so der Regierungschef.

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