12:33 21 Februar 2018
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    Kein Gold für Russlands Staatsschatz - „Rossijskaja Gaseta“

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    Russlands staatliche Schatzkammer Gochran scheitert offenbar mit ihrem Versuch, dieses Jahr 500 Kilogramm Gold zu kaufen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

    Russlands staatliche Schatzkammer Gochran scheitert offenbar mit ihrem Versuch, dieses Jahr 500 Kilogramm Gold zu kaufen, schreibt die Zeitung „Rossijskaja Gaseta“ am Freitag.

    Dass dieser Plan wenigstens teilweise in Erfüllung geht, bezweifeln nicht nur die Teilnehmer des Goldmarktes, sondern auch die Gochran-Mitarbeiter. Dabei geht es aber nicht um Geldmangel.

    Gochran ist für die Aufbewahrung der strategischen Goldreserven Russlands mitverantwortlich. Anfang August wurde eine Online-Ausschreibung für den Kauf von Goldbarren für knapp eine Milliarde Rubel (etwa 25 Millionen Euro) angekündigt. Offerten können bis Ende August eingereicht werden. Bislang hat der russische Staat jedoch kein einziges Angebot erhalten.

    Gochran hatte auch früher Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Gold. Banken zahlen deutlich mehr Geld für das Edelmetall. Darüber hinaus beläuft sich ihr Vorschuss auf 50 Prozent, während Gochran laut Gesetz nur 30 Prozent im Voraus bezahlen darf.

    Eine Quelle bei Gochran verriet, dass der staatlichen Schatzkammer ab 2012 per Gesetz jegliche Vorzahlungen verboten worden seien. „Früher haben wir einen Vorschuss überwiesen. Wir zahlten einen festen Preis für das Gold. Einige Deals wurden auf diese Art abgewickelt, wenn auch nicht besonders viele. Nun aber müssen Ausschreibungen organisiert werden. Als Gewinner geht derjenige davon, wer den geringsten Preis bietet. Bei Gold ist das absurd“, so der Insider. „Es gibt einen konkreten Preis: Das Londoner Fixing. Es ist kaum vorstellbar, dass sich jemand findet, der uns Gold billiger verkauft.“

    Wie der Vorsitzende des Russischen Goldproduzentenverbandes, Sergej Kaschuba, erläuterte, wird der Londoner Fixpreis von den fünf größten Banken der Welt zwei Mal am Tag anhand der Nachfrage- und Angebotsanalyse festgesetzt. Auf dieser Basis wird auch der Preis bestimmt, für den Gochran das Gold kauft.

    Die staatliche Schatzkammer soll das Wirtschaftsministerium mehrmals auf dieses Dilemma hingewiesen, aber bislang keine Reaktion erhalten haben. Dem russischen Staat könnte deshalb allmählich das Gold ausgehen.

    Kaschuba stellte zudem fest, dass die Goldförderer ihr Edelmetall lieber den Banken verkaufen, weil diese bessere Konditionen bieten. Gochran ziehe wegen des neuen Gesetzes deshalb den Kürzeren.

    Die Goldnachfrage ist in letzter Zeit kontinuierlich gestiegen. Investmentfonds, Banken und Regierungen zeigen angesichts einer drohenden Krisenwelle immer mehr Interesse für das Edelmetall. Die staatlichen Goldvorräte belaufen sich weltweit derzeit auf 30 900 Tonnen. Zum Vergleich: Seitdem die Menschheit besteht, wurden insgesamt 166 600 Tonnen gefördert.

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