14:38 26 September 2017
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    Studie: US-Industrie auf dem Weg zum Comeback - „Wedomosti“

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    Die Industrie in den USA könnte in den kommenden Jahren eine Wiederbelebung erfahren, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ unter Berufung auf eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) am Montag.

    Die Industrie in den USA könnte in den kommenden Jahren eine Wiederbelebung erfahren, schreibt die Zeitung „Wedomosti“ unter Berufung auf eine Studie der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG) am Montag.

    Laut BCG könnte der US-Export um weitere 90 bis 130 Milliarden Dollar jährlich wachsen. Im zurückliegenden Jahr belief sich der Export auf 2,1 Billionen Dollar, eine Steigerung von 261 Milliarden im Vergleich zum Jahr 2010. Die USA könnten bis 2020 zwei bis vier Prozent des Exportsgeschäfts von Deutschland, Italien, Frankreich, Großbritannien, sowie drei bis sieben Prozent von Japan wegschnappen. 2,5 bis fünf Millionen neue Arbeitsplätze könnten dadurch in der Industrie entstehen.

    Laut der Studie „Made in America, Again“ wird dieser Zuwachs durch die niedrigen Arbeits- und Energiekosten gesichert. Obwohl die Löhne in den USA hoch sind, sind die Arbeitskosten dank der hohen Arbeitsleistung um 20 bis 45 Prozent niedriger als in vielen anderen Industrieländern.

    Zur höheren Wettbewerbsfähigkeit der USA trägt auch das billige Schiefergas bei. Das Gas in den USA koste 50 bis 70 Prozent weniger als in Europa oder Japan, so BCG.

    Im Ergebnis sind die Exportkosten der US-Industrieerzeugnisse um 5 bis 25 Prozent niedriger als in den europäischen Industrieländern und Japan. Die durchschnittlichen Produktionskosten sollen bis 2015 um acht Prozent niedriger als in Großbritannien, um 15 Prozent niedriger als in Deutschland und um 21 Prozent niedriger als in Japan sein.

    Die größten Industrieunternehmen sprechen bereits von Plänen, die USA in einen Export-Standort zu verwandeln. Toyota kündigte an, die in den USA produzierten Camry-Fahrzeuge nach Südkorea zu verkaufen. Auch Honda und Nissan wollen mehr in den USA hergestellte Autos exportieren. Siemens produziert in den USA Gasturbinen, die dann nach Saudi-Arabien geliefert werden. Der britische Triebwerksbauer Rolls-Royce errichtete in den USA eine neue Fabrik für Flugzeugtriebwerke.

    Die industrielle Wiedergeburt beginne jedoch nicht vor 2015, sagen die BCG-Berater. Bislang stellt die US-Industrie nur Negativrekorde auf: Im August schrumpfte die Industrieproduktion um 1,2 Prozent. Der Export sank im Juli um 1,9 Milliarden Dollar. Die Nachfrage nach US-Exportwaren sinkt wegen der weltweiten Rezession. Selbst die Binnennachfrage könnte nachlassen: Zu Jahresende sollen die Haushaltsausgaben gekürzt und Steuern erhöht werden. Alle diese Maßnahmen können die US-Verbraucher hart treffen.

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