15:19 20 September 2018
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    Endpunkt der Gaspipeline Nord Stream im deutschen Lubmin

    Gashandel: Russlands Zukunft liegt in Asien - „Nesawissimaja Gaseta“

    © RIA Novosti . Grigorij Sysoew
    Wirtschaft
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    Der russische Gasexport nach Europa hat offenbar seine Grenzen erreicht, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Der russische Gasexport nach Europa hat offenbar seine Grenzen erreicht, schreibt die Zeitung „Nesawissimaja Gaseta“ am Mittwoch.

    Allerdings hofft der russische Energiekonzern Gazprom, dass der Exportumfang und die in den langfristigen Verträgen mit EU-Staaten eingeplanten Einnahmen bis 2020 konstant bleiben. Um aber den Export zu steigern, müssen die Märkte in Japan, China und Südkorea erschlossen werden. Zu dieser Einschätzung kamen die meisten Teilnehmer einer Gas-Konferenz, die gestern in Moskau stattgefunden hat.

    Russlands Energieminister Alexander Nowak erwartet in diesem Jahr einen deutlichen Rückgang des Gasexports. „Im vergangenen Jahr lag das Wachstum bei rund 200 Milliarden Kubikmeter Gas. Innerhalb der ersten neun Monate dieses Jahres hat sich das Gesamtbild etwas geändert. Objektive Schwierigkeiten in europäischen Ländern und die schnelle Wiederaufnahme der Gaslieferungen aus Libyen haben Wirkung gezeigt – der Gasexport aus Russland ist zurückgegangen. In diesem Jahr ist ein Rückgang von etwa vier bis fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahr zu erwarten“, sagte Nowak.

    Im vergangenen Jahr war der russische Gasexport um sieben Prozent gestiegen. Die russische Regierung macht sich allerdings keine großen Gedanken über den Negativtrend. Nowak geht davon aus, dass die Exportzahlen mittelfristig vom Tempo der Wiederherstellung der europäischen Wirtschaft abhängen. Zudem setzt Nowak große Hoffnungen auf den Ausbau der Energiekooperation mit den asiatischen Partnern, vor allem mit China. Deswegen ist der Energieminister trotz der schlechten Zahlen optimistisch gestimmt. „Ich denke, dass der Exportumfang steigen wird“, sagte Nowak.

    Angesichts der ehrgeizigen Pläne, die Gasförderung zum Jahr 2030 auf 950 Milliarden Kubikmeter zu steigern, muss nach Absatzmärkten gesucht werden. Im vergangenen Jahr wurden etwas mehr als 670 Milliarden Kubikmeter gefördert. Das Wirtschaftsministerium rechnet in diesem Jahr mit 697 Milliarden Kubikmetern.

    Laut Energiemarktexpertin Tatjana Mitrowa ist kein Anstieg des russischen Gasexports auf dem europäischen Markt zu erwarten. Dieser Markt werde stagnieren, so Mitrowa. Die Situation hänge von mehreren Faktoren ab. Im Gasgeschäft spiele die Politik eine wichtige Rolle. Zudem nehmen die Lieferungen von Flüssiggas zu. Unternehmen aus den USA, Kanada und Australien könnten zum Jahr 2020 den Bedarf Europas zu 50 Prozent mit Flüssiggas decken.

    Die Exporte könnten in Richtung Osten gesteigert werden. Doch auch in der Asiatisch-Pazifischen Region sei eine harte Konkurrenz mit US-, kanadischen oder australischen Unternehmen unvermeidlich, sagte die Expertin.

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