09:44 06 Dezember 2019
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    Bei Euro-Crash: D-Mark würde starkes Comeback feiern - „RBC Daily“

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    Weltweite Finanzkrise (425)
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    Sollte die Eurozone tatsächlich zerfallen, dann können die Kernländer mit Deutschland an der Spitze mit einem Erstarken ihrer Nationalwährungen rechnen, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Donnerstag.

    Sollte die Eurozone tatsächlich zerfallen, dann können die Kernländer mit Deutschland an der Spitze mit einem Erstarken ihrer Nationalwährungen rechnen, schreibt die Zeitung „RBC Daily“ am Donnerstag.

    Das prognostizierten Experten von Capital Economics.

    In den vergangenen Jahren wurde immer wieder von einem Zusammenbruch der Eurozone gewarnt. In diesem Fall droht den Randländern des Euroraums eine Abwertung ihrer Landeswährungen. Die Experten von Capital Economics erwarten bei einem Euro-Crash, dass der Wechselkurs der deutschen Währung um 30 Prozent und der von Frankreich, Österreich und den Niederlanden um 10 bis 20 Prozent an Wert gewinnen wird. Bei einem Ausstieg der Problemländer werde der Euro um 15 Prozent teurer.

    Vor ihrem Beitritt zur europäischen Währungsunion hatten die Länder unterschiedliche Ausgangspositionen. Die meisten der heutigen Problemländer hatten bereits damals ein Defizit in ihrer Zahlungsbilanz gehabt. Die Schlüsselländer hatten dagegen ein ständig wachsendes Haushaltsplus. „Den Wirtschaften der Kernländer geht es jetzt viel besser als der Eurozone im Ganzen. Der Anstieg des Exports seit der Einführung des Euro beweist, dass die Währungen dieser Länder stärker werden, wenn es zum Zerfall kommt“, sagt die Wirtschaftsexpertin von Capital Economics, Jennifer McKeown.

    „Es ist wohl zu erwarten, dass die Währungen der stabilsten Länder mit einem Außenhandelplus bei einem Zerfall der Währungsunion an Wert gewinnen. Vor allem Deutschland könnte mit einer bedeutenden Aufwertung seiner Währung rechnen. Kleinere Länder wie Belgien oder die Niederlande, bei denen es vorwiegend um den Transit-Handel geht, werden wohl versuchen, ihre Währungen an die deutsche zu binden, um die Volatilität zu verhindern. Sie werden auch stärker sein“, so Christian Schulz von der Berenberg Bank. Doch neben den wirtschaftlichen Faktoren gebe es auch einen psychologischen Faktor, der die Währungsschwankungen nur verstärkt – viele Menschen würden ihr Geld in der deutschen Währung anlegen, sagte der Experte.

    „Studien zufolge könnte das BIP der führenden Länder allein wegen des Währungseffekts im Laufe von zwei Jahren nach dem Zerfall der Eurozone um 0,5 bis 2 Prozent jährlich sinken“, sagte McKeown. Der positive Effekt beim Rückgang der Importpreise und der Zunahme der Kaufkraft können durch die Inflationsrate, Arbeitslosigkeit und das niedrigere Wachstumstempo bei den Gehältern ausgeglichen werden. „Das Erstarken der Landeswährung wird Deutschland mehr Schaden als Nutzen bringen – wegen des Exportrückgangs und der Deflation“, sagte Schulz.

    Doch die größten Probleme drohen dem Finanzsystem. „Wenn eine deutsche Bank große Aktiva in Frankreich hat, werden die Passiva beim Zerfall der Eurozone in D-Mark und die Aktiva in Franc ausgedrückt. Der Wert des Francs wird beim Umtausch in DM niedriger sein. Das würde Insolvenz bedeuten“, so Geoffrey Yu von UBS. Die Folgen eines Zusammenbruchs der Eurozone könnten möglicherweise abgefedert werden, wenn die Länder Einschränkungen für Kapitalströme einführen und die Währungskurse fixieren, so der Experte.

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