15:26 22 September 2017
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    Wodka verteuert sich ab 2013 - Droht wieder Schwarzbrennerei?

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    Die russischen Behörden versuchen schon zum zigsten Male, den Bürgern Abscheu vor starken alkoholischen Getränken anzuerziehen, und tun das zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt - unmittelbar ab dem Neujahrstag. Schon am 1. Januar wird sich in den Geschäften ein unangenehmes Bild bieten: ein halber Liter Mittelklasse-Wodka wird deutlich mehr als 200 Rubel - und damit um rund 100 Rubel über dem bisherigen Preis - kosten (1 US-Dollar entspricht 30,83 Rubel).

    Die russischen Behörden versuchen schon zum zigsten Male, den Bürgern Abscheu vor starken alkoholischen Getränken anzuerziehen, und tun das zu einem äußerst ungünstigen Zeitpunkt - unmittelbar ab dem Neujahrstag. Schon am 1. Januar wird sich in den Geschäften ein unangenehmes Bild bieten: ein halber Liter Mittelklasse-Wodka wird deutlich mehr als 200 Rubel - und damit um rund 100 Rubel über dem bisherigen Preis - kosten (1 US-Dollar entspricht 30,83 Rubel).

    Die Preise für Weinbrand sollen bei 300 Rubel beginnen. All das ist das Ergebnis der Festsetzung neuer Mindestpreise durch den Föderalen Dienst für die Regelung des Alkoholmarktes, wie die Zeitschrift „Kommersant Dengi“ am Montag schreibt.

    Laut der Zeitschrift hatte es bisher noch keinen so massiven Schlag gegen den Verbraucher-Beutel gegeben, wenn auch im vergangenen Jahr die Akzisen ebenfalls angehoben worden waren - allerdings maximal um 30 Prozent. Kurz vor den Präsidentenwahlen war beschlossen worden, die Bürger nicht zu schocken, und die Akzisenerhöhung war in zwei Etappen - im Januar und im Juli - aufgeteilt worden. Dadurch liegt der niedrigste Preis für einen halben Liter Wodka jetzt bei 125 Rubel. Faktisch kann man den billigsten Wodka im Einzelhandel zurzeit für 150 Rubel (für 0,5 Liter) kaufen.
     
    Inzwischen ist die Zahl der legalen Alkoholproduzenten zurückgegangen. In Russland arbeiten heute 110 solche Betriebe (noch vor wenigen Jahren waren es 500). Gegen Mitte nächsten Jahres sollen weitere 25 bis 30 Betriebe den Markt verlassen.
     
    Trotz des guten Vorsatzes der Behörden, den Bürgern den Konsum der 40-prozentigen Spirituosen abzugewöhnen, rechnen die Marktteilnehmer mit einer Vergrößerung des illegalen Segmentes des Alkoholmarktes. Der Jahresumsatz illegaler alkoholischer Getränke wird derzeit auf 1,3 Milliarden Flaschen geschätzt und soll sich im nächsten Jahr voraussichtlich noch um 200 000 bis 300 000 Flaschen vergrößern. Die Regelungsbehörden motivieren mit ihren harten Maßnahmen ungewollt zu einer Reanimierung von Bootlegging, so die Zeitschrift.

     
    Auf dem Markt kann dadurch eine paradoxe Situation entstehen, in der legaler Wodka sich von einem illegalen Schnapsgetränk durch den Preis, nicht aber durch die Qualität unterscheiden wird. Ein niedrigerer Preis dürfte dann nur ein Indiz dafür sein, dass für die betreffende Wodka-Flasche keine Akzisen gezahlt worden sind. 
     
    Die neue Generation wählt Bier 
     
    Nach Angaben einer Zeitschrift trinken Jugendliche in Russland immer weniger Wodka. Das Zentrum für wirtschaftliche und finanzielle Forschungen bei der Russischen Hochschule für Wirtschaft hat im November eine Studie zum Thema „Kinder der UdSSR: Wer trinkt Wodka in Russland?“ veröffentlicht.
     
    Es stellte sich heraus, dass Menschen, die in der UdSSR geboren und aufgewachsen sind, an der Tradition einer Tischrunde mit Wodka hängen. Und die kurz vor dem Zerfall der Sowjetunion und in der nachfolgenden Zeit Geborenen mögen eher Bier. 57 Prozent der Altersgruppe ab 40 Jahren und nur 16 Prozent der Gruppe ab 20 Jahren geben dem Wodka den Vorrang. 
     
    Mit Bier verhält es sich fast spiegelgleich. Dieses Getränk wird von 24 Prozent der 40-jährigen und von 68 Prozent der Menschen in der Altersklasse ab 20 Jahren gern getrunken. Die Ursache liegt nicht darin, dass stärkere Alkoholgetränke älteren Menschen besser schmecken. Der Autor der Studie sieht den bestimmenden Faktor in einer Gewohnheit, die sich im jungen Alter herausgebildet hat. 

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