08:38 25 Juli 2017
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    Medwedew schlägt Steueroase im russischen Fernen Osten vor

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    Vor dem Hintergrund der weltweiten Diskussionen über die Finanzprobleme der Offshore-Zone Zypern hat Russlands Premierminister Dmitri Medwedew die Idee einer Steueroase im russischen Fernen Osten eingebracht.

    Vor dem Hintergrund der weltweiten Diskussionen über die Finanzprobleme der Offshore-Zone Zypern hat Russlands Premierminister Dmitri Medwedew die Idee einer Steueroase im russischen Fernen Osten eingebracht.

    „Die ganze Welt spricht heute von Zypern und den Problemen von Offshore-Zonen. Früher oder später wird dies alles geklärt, und ich hoffe, dass es eine vernünftige und zeitgemäße Entscheidung sein wird, die keine Enteignung vorsieht“, sagte Medwedew am Donnerstag in einer Kabinettssitzung.

    „Vielleicht sollten wir über die Schaffung einer derartigen Zone im Fernen Osten nachdenken. Gute Orte haben wir dort genug - Sachalin, die Kurilen… Vielleicht wird dann auch ein Teil unserer Gelder von Zypern sowie von anderen Zonen, die gegenwärtig aus verständlichen Gründen nicht erwähnt werden, so etwa die British Virgin Islands, die Bahamas und so weiter, zu uns ziehen“, so Medwedew.

    In jedem Fall seien neue Instrumente zur Entwicklung des Fernen Ostens erforderlich, betonte der Premier.

    „Ich würde alle Regierungsmitglieder darum bitten, darüber nachzudenken“, fügte er an.

    Medwedews Idee der Schaffung einer Sonderwirtschaftszone im Fernen Osten stieß allerdings auf Kritik seitens des russischen Ex-Finanzministers Alexej Kudrin.
    „Eine Umsetzung der Idee über die  Schaffung einer Offshore-Zone im russischen Fernen Osten wird verheerende Folgen für das russische Finanzsystem haben“, twitterte er.

    In seiner Jahresbotschaft an die Föderale Versammlung im Dezember 2012 hatte Russlands Präsident Wladimir Putin die Regierung angewiesen, Vorschläge zur Befreiung der Wirtschaft von den Offshore-Unternehmen zu entwerfen. Putin zufolge werden gegenwärtig neun von insgesamt zehn Deals, die von russischen Großunternehmen geschlossen werden, nicht vom einheimischen Recht kontrolliert.

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