22:37 27 September 2016
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IWF-Chefin: Russland bewahrte Ukraine vor Wirtschaftskatastrophe

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Regelung der Krise in der Ukraine (2403)
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Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die Bedeutung der russischen Finanzhilfe für die krisengebeutelte Ukraine betont.

Die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), Christine Lagarde, hat die Bedeutung der russischen Finanzhilfe für die krisengebeutelte Ukraine betont.  

„Die ukrainische Wirtschaft war auf eine Katastrophe zugesteuert“, sagte Lagarde in einem Interview des Fernsehsenders PBS. „Ohne die Hilfe, die Russland vor einigen Monaten gewährt hat, hätte sich die Ukraine ins Nirgendwo bewegt.“

Der IWF sei keine Anstalt, die Geld gratis verteilt, sagte Lagarde weiter. Die Hilfen für die Ukraine würden an die Bekämpfung der Korruption, die Wiederherstellung des Finanzsystems und der Staatsverwaltung aber auch an Struktur- und andere Reformen gebunden sein.

Russland hatte Ende vergangenen Jahres der von einer Staatspleite bedrohten Ukraine 15 Milliarden US-Dollar Finanzhilfe zugesagt sowie den Gaspreis um ein Drittel gesenkt. Moskau wollte das Geld nicht direkt überweisen, sondern für diese Summe ukrainische Eurobonds kaufen. Die ersten drei Milliarden Dollar wurden im Dezember in ukrainische Schuldpapiere investiert. Nach dem Februar-Umsturz in Kiew setzte Russland die Hilfe aus und strich den Gasrabatt.

In der Ukraine kam es im Februar 2014 zu einem Umsturz, bei dem die Opposition die Macht übernahm. Im März teilte die neue Regierung in Kiew mit, dass die Ukraine in ihrer tiefsten Krise seit 20 Jahren stecke: Die Staatskasse sei leer und die Gold- und Devisenreserven würden kaum für zwei Monate ausreichen. Laut Regierungschef Arsenij Jazenjuk wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in diesem Jahr nach einem optimistischen Szenario um drei Prozent zurückgehen und die Inflation auf mindestens zwölf Prozent steigen. Ein pessimistisches Szenario beinhaltet einen BIP-Rückgang um zehn Prozent und einen Staatsbankrott.

In  der vergangenen Woche traf die Ukraine mit dem IWF eine vorläufige Vereinbarung über Hilfskredite von 14 bis 18 Milliarden US-Dollar. Das Rettungspaket wird an Reformen gebunden. Unter anderem soll die Ukraine die Gaspreise für private Haushalte drastisch erhöhen.

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