08:37 25 Juli 2017
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    RWE liefert Gas an die Ukraine – Slowakei sieht Probleme

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    Russisch-ukrainischer Gasstreit (231)
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    Der Essener Energiekonzern RWE hat am Dienstag als erster europäischer Versorger mit Gaslieferungen an die Ukraine begonnen. Das Gas fließe über Polen und werde zu europäischen Großmarktpreisen einschließlich der Transportkosten abgerechnet, teilte RWE nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

    Der Essener Energiekonzern RWE hat am Dienstag als erster europäischer Versorger mit Gaslieferungen an die Ukraine begonnen. Das Gas fließe über Polen und werde zu europäischen Großmarktpreisen einschließlich der Transportkosten abgerechnet, teilte RWE nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) mit.

    Verhandlungen der Ukraine mit der Slowakei für eine Nutzung der weit leistungsfähigeren Slowakei-Pipeline brachten allerdings noch keine Einigung. Es gebe technische und vertragsrechtliche Hindernisse, teilte der slowakische Wirtschaftsminister Tomas Malatinsky nach einem Treffen mit dem ukrainischen Energieminister Juri Prodan am Dienstag mit.

    Die Pipelines dienten dazu, Erdgas des russischen Konzerns Gazprom nach Westeuropa zu pumpen, betonte Malatinsky in der Grenzstadt Velke Kapusany. „Wir sind bereit, der Ukraine zu helfen, müssen aber auch auf slowakische und europäische Interessen achten“, wurde er von der dpa zitiert. Die Ukraine hofft auf eine zeitweise Umkehr des Gasflusses in den bestehenden Leitungen, um Lieferungen aus dem Westen zu ermöglichen.

    Die slowakische Regierung schlug als Alternative vor, eine nie fertiggestellte Pipeline allein zu diesem Zweck auszubauen. Diese würde das slowakische Vojany mit Uschgorod in der Ukraine verbinden. Neben der EU-Kommission hatten auch US-Vertreter die slowakische Regierung des Sozialdemokraten Robert Fico zu einer Einigung gedrängt. Die Gespräche sollen fortgesetzt werden.

    RWE teilte nicht mit, wie viel Gas aktuell geliefert wird. Grundlage ist ein 2012 unterzeichneter Rahmenvertrag mit dem ukrainischen Staatsunternehmen Naftogaz über die Lieferung von jährlich bis zu zehn Milliarden Kubikmetern Gas. Das ist eine erhebliche Menge: Der gesamte Gasverbrauch Deutschlands liegt bei 80 bis 90 Milliarden Kubikmetern im Jahr.

    Russland hatte im Zuge des Konfliktes mit der Ukraine den Gaspreis für seine Lieferungen in das Nachbarland massiv erhöht. Der von Gazprom aktuell verlangte Preis liege rund 100 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter über dem europäischen Niveau, hieß es aus Marktkreisen. Deshalb seien Lieferungen aus dem Westen für die Ukraine derzeit äußerst attraktiv. Gas kostet auf den europäischen Märkten etwa 380 Dollar pro 1000 Kubikmeter.

    RWE hat 2013 bereits eine Milliarde Kubikmeter Gas an die Ukraine geliefert und deshalb Erfahrungen mit den Abläufen. RWE bezieht sein Gas unter anderem aus Russland, Norwegen und den Niederlanden. Nach dem milden Winter 2013/2014 sind die Speicher bei vielen europäischen Versorgern der dpa zufolge gut gefüllt.

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