20:53 01 Oktober 2016
Radio
    Ukrainisches Außenministerium

    Gasschulden: Kiew verspricht Gazprom vier Milliarden Dollar gegen Gaspreissenkung

    © Sputnik/ Grigory Vasilenko
    Wirtschaft
    Zum Kurzlink
    Russisch-ukrainischer Gasstreit (230)
    0100

    Die Ukraine, die seit Monaten für das aus Russland gelieferte Erdgas nicht zahlt und bereits mit 3,5 Milliarden US-Dollar in der Kreide steht, hat sich bereit erklärt, noch im Mai vier Milliarden US-Dollar an Gazprom zu überweisen, wenn Moskau den Gaspreis senkt.

    Die Ukraine, die seit Monaten für das aus Russland gelieferte Erdgas nicht zahlt und bereits mit 3,5 Milliarden US-Dollar in der Kreide steht, hat sich bereit erklärt, noch im Mai vier Milliarden US-Dollar an Gazprom zu überweisen, wenn Moskau den Gaspreis senkt. 

    „Wenn der Gaspreis vorübergehend auf 268,5 Dollar festgesetzt würde, wäre Naftogas bereit, bis Ende Mai rund vier Milliarden US-Dollar zu zahlen", sagte der ukrainische Vize-Energieminister Igor Didenko am Donnerstag. Er bestätigte, dass der ukrainische Gasversorger Naftogas die Vorausrechnung  für Juni-Lieferungen bekommen habe, diese jedoch nicht bezahlen werde.

    Nach dem Februar-Umsturz in Kiew und der darauf folgenden Wiedervereinigung der Schwarzmeerhalbinsel Krim mit Russland strich Moskau alle Gas-Rabatte für die Ukraine, unter anderem auch, weil die Ukraine trotz Vereinbarung die überfälligen Rechnungen nicht beglichen hatte. Im Ergebnis stieg der Gaspreis ab April von 268,5 auf 485 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter. Kiew lehnt den neuen Preis ab.

    Nachdem die Ukraine auch die April-Lieferungen nicht bezahlt hat und ihre Gasschulden gegenüber Russland auf mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar gewachsen sind, kündigte der russische Gaskonzern Gazprom an, Erdgas für die Ukraine ab Juni nur gegen Vorauskasse zu liefern. Diese Option ist in dem 2009 geschlossenen Vertrag vorgesehen, wenn Kiew die Rechnungen nicht rechtzeitig bezahlt. Am Dienstag stellte Gazprom eine Vorausrechnung aus, die bis zum 2. Juni zu bezahlen ist. Bezahlt Kiew nicht, darf Gazprom am 3. Juni den ukrainischen Verbrauchern den Gashahn zudrehen. Dabei besteht die Gefahr, dass die Ukraine das für Westeuropa bestimmte Transitgas für den Eigenbedarf abzweigen wird, wie dies bereits 2009 der Fall war.

     

    Unterdessen hat die Führung in Kiew vom Internationalen Währungsfonds (IWF) ein milliardenhohes  Hilfspaket erhalten. Die ersten 3,2 Milliarden US-Dollar überwies der IWF am 7. Mai an die ukrainische Nationalbank.

    Themen:
    Russisch-ukrainischer Gasstreit (230)
    GemeinschaftsstandardsDiskussion
    via Facebook kommentierenvia Sputnik kommentieren
    Top-Themen