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    Russisch-ukrainischer Gasstreit (231)
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    Der russische Gaslieferant Gazprom hat am Mittwoch von der Ukraine 1,65 Milliarden US-Dollar an Altschulden bekommen. Laut dem Übergangsabkommen von Brüssel hat die Ukraine zudem bis Jahreswechsel eine Vorauszahlung für Januar-Lieferungen zu leisten.

    „Die 1,65 Milliarden Dollar sind auf unserem Konto angekommen“, bestätigte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow. Die Vorauszahlung für den Januar bleibe jedoch aus. Die Ukraine könnte im Januar das Gas weiter beziehen, das sie im Dezember bezahlt habe, sagte der Sprecher. Nach seinen Angaben hat die Ukraine im Dezember insgesamt eine Milliarde Kubikmeter bezahlt, jedoch bislang nur knapp ein Drittel davon abgenommen.

    Gazprom hatte am 9. Dezember — nach knapp sechs Monaten Pause – die Gaslieferungen in die Ukraine wiederaufgenommen. Die Lieferungen waren im Juni wegen Milliardenschulden der Ukraine ausgesetzt worden. Erst am 31. Oktober vereinbarten die Seiten einen Versorgungsplan für die Winterzeit. Demnach hat die Ukraine bis zum Jahreswechsel 3,1 Milliarden US-Dollar und damit einen Teil ihrer Altschulden zu zahlen. Im Gegenzug versorgt Gazprom die Ukraine bis März 2015 gegen Vorkasse.

    Das ukrainische Staatsunternehmen Naftogaz überwies Gazprom am 4. November 1,45 Milliarden US-Dollar Altschulden und am 5. Dezember weitere 378 Millionen Dollar als Vorauszahlung für eine Milliarde Kubikmeter Erdgas. Laut dem russischen Energieminister Nowak muss die Ukraine weitere rund drei Milliarden Kubikmeter kaufen, um einen reibungslosen Transit nach Europa sicherzustellen. Ukrainische Gasschulden hatten in der Vergangenheit bereits mehrmals Lieferengpässe in Europa verursacht. So kam es zum Jahreswechsel 2008/2009 zu einem mehr als zwei Wochen langen Lieferstopp für europäische Verbraucher, weil die Ukraine das Transitgas für sich abzweigte.

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    Naftogaz, Gazprom, Alexander Nowak, Sergej Kuprijanow, Russland, Ukraine