20:03 10 Dezember 2019
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    Russlands Finanzminister Anton Siluanow

    Finanzminister: Jahresinflation in Russland über 11 Prozent – Rubelsturz vorbei

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    Wirtschaft
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    Russlands Finanzministerium erwartet im scheidenden Jahr eine Jahresinflation von 11,5 Prozent. Außerdem ist der jüngste Rubel-Verfall mittlerweile zu Ende.

    Laut dem Behördenchef Anton Siluanow hat die Inflationsrate nach dem gestrigen Tag 10,4 Prozent betragen. „Im Jahresfazit wird sie höchstwahrscheinlich um 11,5 Prozent herum liegen“, sagte Siluanow am Donnerstag im Föderationsrat (russisches Oberhaus).

    Das Finanzministerium hatte 2014 seine Inflationsprognose mehrmals nach oben korrigiert. Anfänglich waren es 4,5 bis 5,5 Prozent gewesen. Die bisher jüngste Prognose lautete 9,0 Prozent. Die russische Notenbank erwartet die Jahresinflation bei 10,0 Prozent.

    Die stürmische Abwertung des Rubels sei bereits vorbei. Nun folge seine Stärkung, sagte Siluanow weiter.

    Krisenstimmung in Russlands Wirtschaft
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    Der Wechselkurs des Russischen Rubels, der an einen Dollar-Euro-Währungskorb gebunden ist, war vergangene Woche zunächst um 17 Prozent und dann um 40 Prozent und damit auf den historischen Tiefststand seit 1998 gefallen. Für einen Euro wurden erstmals 100 Rubel und für einen US-Dollar 80 Rubel gezahlt.

    „Aus unserer Sicht ist diese Periode vorbei und nun ist eine steigende Tendenz zu beobachten“, so der Minister.

    Beim Wechselkurs des Rubels gegenüber dem US-Dollar und dem Euro ist in den letzten Tagen ein starker Aufwärtstrend festzustellen. Donnerstagvormittag ist der Dollar unter die Marke von 53,38 Rubel und der Euro unter 65,40 Rubel gefallen.

    Der Minister erinnerte daran, dass die russische Notenbank den Leitzins Mitte Dezember auf 17 Prozent erhöht hat, um die Lage auf dem Währungsmarkt zu stabilisieren. Der Druck auf den Wechselkurs habe wegen des Ölpreissturzes zugenommen, „den Spekulanten zu ihrem Vorteil nutzten“, betonte er.

    „Es ist klar, dass, wenn der Kurs zurückgeht, der Wunsch entsteht, in andere Währungen zu investieren, Rubel los zu werden und diese Periode abzuwarten“, so Siluanow.

    Diese Zeit sei nun zu Ende. Der Zentralbank sei es gelungen, das Rubelangebot und damit auch den Druck auf den Wechselkurs zu verringern.

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