18:08 18 August 2018
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    Medwedew genehmigt Vernichtung von unter Verbot stehenden Lebensmitteln

    Polen verliert durch Russlands Importstopp mehr als eine Milliarde US-Dollar

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    Russlands Antwort auf Sanktionen des Westens (174)
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    Durch die EU-Sanktionen gegen Russland und die russischen Gegensanktionen im Jahre 2014 erleiden die polnischen Landwirte laut der Handelsvertreterin Russlands in Polen, Jekaterina Beljakowa, beträchtliche Verluste.

    Seit dem 1. August importiert Russland fast kein polnisches Gemüse und Obst mehr. Polen beantragte bei der EU, die Verluste seiner Landwirte zu kompensieren. Am 7. August verbot Russland den Import einer Reihe von Waren aus den Ländern, die gegen Russland Sanktionen verhängt hatten. Auf der Verbotsliste landeten Rind-, Schweine- und Geflügelfleisch sowie Obst, Käse, Milchprodukte, Nüsse und andere Nahrungsmittel aus den USA, den EU-Ländern sowie aus Kanada, Australien und Norwegen.

    „Die russischen Gegensanktionen haben bereits den Export polnischer Nahrungsmittel nach Russland deutlich verringert. Im Zeitraum von Januar bis Oktober 2014 hat sich der Import von Fleisch und Fleischprodukten aus Polen um 73,6 Prozent, von Obst – um 34,5 Prozent, von Gemüse – um 31,3 Prozent  und  von Milchprodukten um 16,5 Prozent reduziert. In absoluten Werten bedeutet dies eine Gesamtverringerung des russischen Imports aus Polen zwischen Januar und  Oktober 2014 um 335 Millionen US-Dollar gegenüber dem Vergleichszeitraum des vorigen Jahres. Im Ergebnis hat sich Russlands Import polnischer Nahrungsmittel um 22,9 Prozent verringert“, sagte Beljakowa. Nach ihren Worten „ist zu erwarten, dass die gesamte Verringerung des polnischen Imports der genannten vier Warengruppen im Jahr 2014 eine Milliarde US-Dollar überschreiten wird.“

    Aber auch polnische Transportunternehmen, die den größten Teil (rund 60 Prozent) der polnischen Nahrungsmittel nach Russland befördern, erleiden der Handelsvertreterin Russlands in Polen zufolge beträchtliche Verluste. Nach einigen Schätzungen sollen diese Verluste im Jahr 2014 etwa 250 Millionen Euro betragen, äußerte Beljakowa.

    „Es ist erstaunlich, dass die Polen unter solchen Umständen zum Vortrupp der Anhänger und Initiatoren der Anwendung möglichst harter Maßnahmen gegenüber Russland gehören. In Polen sind Stimmen von Politikern und Experten zu hören, die zu Sanktionen gegen Russland in den empfindlichsten Bereichen, wie etwa im Bereich der Hochtechnologien und im militärtechnischen Bereich, aufrufen. Es ist bemerkenswert, dass solche Aufrufe in einem Land zu hören sind, das in Bezug auf die Innovationsentwicklung der Wirtschaft einen der letzten Plätze belegt.“

    Gleichzeitig sind die Warenlieferungen von Russland nach Polen von den antirussischen Sanktionen nur wenig betroffen.  „Diese Lieferungen, die zu fast 90 Prozent aus Energieträgern bestehen,  sind in ihren Umfängen viel stärker von den polnischen Bedürfnissen determiniert. Die Senkung deren Kosten geht vorwiegend auf die Senkung der globalen Erdölpreise zurück. Die Bestrebung Polens, die Quellen der Energieträgerimporte zu differenzieren, hat sich bisher nicht in einer spürbaren Verringerung der Lieferungen dieser Warengruppe aus Russland ausgedrückt“, so Beljakowa.

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    Tags:
    Russland, Polen
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