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    Deutschlands Wirtschaft 2015: Stagnation mit sorgloser Stimmung

    © Sputnik / Mikhail Kutusow
    Wirtschaft
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    Das kommende Jahr soll für die Deutschen gut ausfallen, vorausgesetzt der Ölpreis bleibe so niedrig, meint Bundesbankpräsident Jens Weidmann. Euro-Experte Professor Dietrich Walther dagegen sieht schwarz für jegliche Abhängigkeit vom Öl und skizziert eine trübere Prognose für die deutsche Wirtschaft 2015 im Interview für Sputnik Deutschland.

    Es gibt zwar Signale für einen sorglosen Rutsch ins Jahr 2015 und einen ebenso guten Jahresverlauf. Wenn aber nicht eine Gesetzmäßigkeit, die über Wirtschaft bestimmt. Alles sieben Jahre komme es regelrecht zu einer wirtschaftlichen Krise, das bewies noch der russische Wirtschaftler Nikolaj Kondratjew (1892-1938), erklärt Dietrich Walther, Autor des mitunter ins Russische übersetzten Buches „Euro-Vision – Szenarien einer Rettung“.

    Da ins Jahr 2015 mit ungelösten Konflikten gerutscht wird, gelte es vor allem, diese zu bewältigen, mahnt Walther. „Ich persönlich bin für das Jahr 2015 nicht so positiv gestimmt. Wir haben immer diese Sieben-Jahre-Phase und wenn Sie jetzt sieben Jahre zurückgehen, dann gab es 2007 eine große Finanzkrise, die die Welt erheblich verändert hat. Ich glaube, dass wir im nächsten Jahr gewisse wirtschaftliche Stagnation haben werden, bedingt sicherlich auch dadurch, dass die bestehenden Konflikte, z. B. die Ukraine-Krise, nicht gelöst werden. Wir  werden uns als Folge an dem Export anderweitig orientieren. Die Frage ist, wie viel Export nach Russland geht, wo es auch zu einer Asien-Verschiebung kommt. Ich verstehe nicht, warum sich Menschen solche Probleme bereiten. Westeuropa wäre froh, wenn das Wirtschaftsverhältnis mit Russland endlich stabilisiert wäre“, so Dietrich Walther in einem Interview für die Sputnik-Korrespondentin Marina Piminowa.

    2015 wird Deutschland mit einer Inflation zu tun haben, sagen Wirtschaftsprognosen voraus. „Die Deflation ist sicherlich ein schwieriges Thema, das im neuen Euro-Programm behandelt wird. Dort hat man vor, über 300 Milliarden Euro in die Wirtschaft hineinzupumpen. Es geht darum, die Kauflust zu steigern, dann wird sich auch die Nachfrage erhöhen. Wenn das positiv läuft, werden wir eine Inflation haben. Zwei Prozent Inflation sind gestrebt“, so Walther zu Deflation-Prognosen.

    Deflation und ungelöste Krisen sind kaum günstige Verhältnisse für Griechenlands Euro-Austritt, der Anfang des Jahres diskutiert wird. Für Deutschland gehe es um ein Milliarden-Risiko: „Einen Austritt Griechenlands aus dem Euro wird es meiner Meinung nach nicht geben“, so Dietrich Walther zum Szenario. „Aus der EU kann Griechenland sowieso nicht austreten, denn es hat über 300 Milliarden Verbindlichkeiten gegenüber anderen Ländern.  Wenn es dann bei einem Austritt zum Staatsbankrott kommt, würde allein Deutschland 50 Milliarden Euro verlieren. Die Bundesregierung wird alles tun, um den Euro zusammenzuhalten und zu expandieren“, meint der Wirtschaftsexperte.

    Soweit zeigen sich die Deutschen wirtschaftlich relativ sorglos, zumindest beim Weihnachtseinkaufen. „Die Weihnachtszeit in Deutschland ist positiv gewesen. Es ist ungefähr 500 Euro pro Kopf in Weihnachtsgeschenke investiert worden. Deutschland ist also relativ sorglos, man erwartet zum großen Teil ein einigermaßen positives Neues Jahr“.

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    Deutschland