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    Ausgaben für Lebensmittel: Die europäischen Länder im Vergleich

    Ausgaben für Lebensmittel: Die europäischen Länder im Vergleich

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    Wirtschaft
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    RIA-Novosti-Experten haben eine Rangliste zu den Ausgaben für Lebensmittel der Privathaushalte in europäischen Ländern erstellt. Russland kletterte um einen Platz auf Rang 28 - vor Litauen, jedoch hinter Estland.

    Wie vor zehn Jahren sind Lebensmittel weiterhin eine wichtiger Ausgabenposten. Die Familien in europäischen Ländern haben einen unterschiedlichen Verbrauch, was auf die ungleichen Lebensbedingungen zurückzuführen ist. In entwickelten Ländern mit hohen Einkommen und relativ niedrigen Lebensmittelpreisen geben die Familien für Nahrung nicht mehr als 15 Prozent ihres Budgets aus, gefolgt von Kommunikation, Freizeit und Reisen, Medizin, Bildung, Technik, Kleidung u.a.

    Die Einwohner ärmerer Länder müssen viel mehr Geld für Lebensmittel ausgeben, wobei sie sich Freizeit, ein gebührenpflichtiges Studium und andere weniger lebenswichtige Dinge kaum leisten können. In diesen Ländern hängt der Lebensstandard von den schwankenden Lebensmittelpreisen ab – steigen die Preise, verteuern sich auch die Lebensmittel, weshalb an anderer Stelle gespart werden muss.

    Von den Unterschieden bei den Ausgaben für Lebensmittel für die Familien in den europäischen Ländern zeugt die Rangliste, die von den RIA-Novosti-Experten anhand von Ergebnissen aus dem Jahr 2013 zusammengestellt wurde. In der Rangliste werden die europäischen Länder hinsichtlich der Ausgaben für Lebensmittel eingestuft.

    Das wohlhabende Luxemburg behauptet seinen Spitzenplatz in der Rangliste. Auf die Ausgaben für Lebensmittel (inklusive alkoholfreie Getränke) einer luxemburgischen Familie entfallen nur 8,6 Prozent der Gesamtausgaben. Auf den Plätzen zwei und drei folgen die Niederlande (zehn Prozent aller Gesamtausgaben) und Dänemark (10,6 Prozent). Auf vorderen Plätzen befinden sich auch das wohlhabende Großbritannien und die Schweiz.

    Das Schlusslicht ist nach wie vor die Ukraine. Eine ukrainische Durchschnittsfamilie gibt mehr als die Hälfte ihres Budgets für Lebensmittel aus. Dabei ist anzumerken, dass die Daten zur Ukraine von Anfang 2014 und nach den anschließenden Ereignissen wahrscheinlich noch schlechter sind. Auch in Mazedonien (43,2 Prozent aller Ausgaben) und Moldawien (42,8 Prozent) verschlingen die Lebensmittel einen Großteil des Budgets. Die ehemaligen sozialistischen Länder (einschließlich der ehemaligen Sowjetrepubliken) und Malta rangieren auf den 20 letzten Plätzen der Rangliste.

    In Russland geben die Familien 27,7 Prozent ihres Budgets für Nahrung aus. Damit befindet sich Russland in der Rangliste auf Platz 28 vor Kroatien, Bulgarien und Rumänien und allen ehemaligen Sowjetrepubliken außer Estland.

    Bemerkenswert ist zudem, dass der Studie zufolge die Haushalte in Schweden, Zypern und Luxemburg mit nur 1,5 Prozent der Gesamtausgaben am wenigsten Tabak und Alkohol konsumieren. Die Haushalte in Rumänien geben 5,9 Prozent für Tabak und Alkohol aus, gefolgt von Serbien mit 4,5 Prozent und Griechenland mit 4,2 Prozent. Russen geben für Alkohol und Tabak etwa 2,6 Prozent des Budgets aus und befinden sich auf Platz 20 neben Polen und Norwegen. Die gute Platzierung Russlands ist vor allem auf die niedrigen Preise für Alkohol und Tabak zurückzuführen.

    Bei den Ausgaben für Cafés, Restaurants und Hotels belegt Russland mit 3,7 Prozent der Gesamtausgaben den 15. Platz. Den schlechtesten Wert hat Rumänien mit einem Prozent, gefolgt von Moldawien mit 1,5 Prozent und Weißrussland mit 2,2 Prozent. Portugal (10,4 Prozent), die Schweiz (9,9 Prozent) und Griechenland mit 9,6 Prozent rangieren in dieser Kategorie auf den ersten Plätzen. Das hängt jedoch nicht mit dem Lebensniveau, sondern mit der Neigung der Südeuropäer zusammen, viel Zeit in Cafés, Tavernen und Bars zu verbringen

    Bei den Ausgaben für Kultur und Vergnügungen ist Schweden Spitzenreiter (18,7 Prozent), gefolgt von Österreich und Dänemark (über 12 Prozent) sowie Großbritannien und der Schweiz. Die Einwohner dieser Länder geben mehr Geld für Freizeit als für Lebensmittel aus. Bei den Moldawiern sind es nur 1,5 Prozent, gefolgt von der Ukraine und Mazedonien (2,3 Prozent). Russland befindet sich mit 7,2 Prozent im Mittelfeld, neben Belgien, Malta und Luxemburg.

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    Lebensmittel, Russland