19:33 06 April 2020
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    Am Mittwoch beginnt das Weltwirtschaftsforum im schweizerischen Davos. Zu den Themen der Konferenz unter dem Motto „Der neue globale Kontext“ gehören auch Russlands Wirtschaft und die Ukraine-Krise, schreibt die „Nesawissimaja Gaseta“ am Dienstag.

    Mehr als 2500 Teilnehmer aus mehr als 140 Ländern, darunter  mindestens 40 Staats- und Regierungschefs, werden in Davos erwartet. Unter den prominenten Teilnehmern aus der Politik sind der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang, Bundeskanzlerin Angela Merkel, Italiens Premier Matteo Renzi, US-Außenminister John Kerry und Südafrikas Präsident Jacob Zuma.
    Frankreichs Staatschef Francois Hollande nimmt erstmals an dem Treffen in Davos teil. Sozialisten fühlen sich gewöhnlich fremd bei der „Party des Ultraliberalismus“. Nach den Terroranschlägen ist Frankreich weltweit in den Mittelpunkt der Aufmerksamkeit gerückt und wurde beinahe zu einem Symbol der globalen Prozesse. Die Welt stehe 2015 an einer Weggabelung, sagte der Gründer des Weltwirtschaftsforums, Professor Klaus Schwab. Der eine Weg führe zu Zerfall, Hass und Fundamentalismus, der andere zu Solidarität und Kooperation. In Paris habe man die beiden Wege gesehen, so Schwab.

    Zu den Spitzenvertretern der Wirtschaft bei dem Treffen in Davos (insgesamt 1500) gehören der Gründer der größten chinesischen Handelsplattform Alibaba, Jack Ma, Microsoft-Gründer Bill Gates, Yahoo-Chefin Marissa Mayer und Facebook-Geschäftsführerin Sheryl Sandberg.

    Die russische Delegation umfasst 76 Mitglieder, doch weder Präsident Wladimir Putin noch Regierungschef Dmitri Medwedew reisen nach Davos. Die Delegation wird von Vizepremier Igor Schuwalow geleitet.

    Experten zufolge befindet sich Russland beim Weltwirtschaftsforum in einer ungünstigen Lage. Russlands Wirtschaft ist schwer angeschlagen. Zudem nehmen Personen wie der ukrainische Präsident Pjotr Poroschenko und der frühere russische Oligarch Michail Chodorkowski an dem Treffen in Davos teil, die ein schwieriges Verhältnis zum Kreml haben.

    Laut dem Präsidenten des russischen Zentrums für politische Technologien, Igor Bunin, wäre es sowohl für Putin als auch für den Regierungschef schwierig gewesen, mit dem Westen zu sprechen, solange keine Beschlüsse zur Ukraine-Krise getroffen worden sind. Für Russland sei es vorerst besser, Vertreter nach Davos zu schicken, die für entsprechende Beschlüsse keine Verantwortung tragen.

    Dem Politologen Andrej Kortunow zufolge bedeutet die Abwesenheit von Putin und Medwedew, dass keine großen Hoffnungen mit dem Treffen in Davos verbunden werden. Es sei nicht die beste Zeit für Russland, langfristige Programme und Ziele anzukündigen.

    Auf die Frage, ob die Wahl des Delegationsleiters damit erklärt werden kann, dass Vizepremier Schuwalow für das Investitionsklima zuständig ist, das sich wegen der westlichen Sanktionen stark verschlechtert habe, erinnerte Kortunow daran, dass die russische Delegation in Davos gewöhnlich zwei Ziele verfolgt. Das erste Ziel bestehe darin, die eigene Vision der Entwicklung des Weltwirtschaftssystems vorzustellen. Die zweite Aufgabe sei es, die Attraktivität Russlands für Investitionen und Wirtschaftskooperation aufzuzeigen. Offenbar werde diesmal die zweite Aufgabe angepackt, so der Experte.

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    Tags:
    Weltwirtschaftsforum 2015, Petro Poroschenko, François Hollande, Angela Merkel, Dmitri Medwedew, Wladimir Putin, Igor Schuwalow, Bill Gates, Sheryl Sandberg, Marissa Mayer, Klaus Schwab, Matteo Renzi, Li Keqiang, Jacob Zuma, Michail Chodorkowski, John Kerry