10:32 18 Februar 2020
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    Russlands Antwort auf Sanktionen des Westens (174)
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    Bayern verzeichnet einen Millionen-Rückgang in den Exportbeziehungen mit Russland, bisher einem der traditionellen Top-Fünf-Abnehmer bayerischer Produktion. Genauso wie in den meisten europäischen Agrarregionen sorgen dort die Lebensmittelsanktionen für trübere Jahresbilanzen.

    Bayerische Agrarspezialitäten fanden in Russland traditionell eine große Nachfrage. Seit August 2014 stehen nun dem Milch- und Fleischexport die Lebensmittelsanktionen im Wege. „Auf dem Drittländermarkt war Russland immer unter den Top 5“, sagt Prof. Dr. Dr. Balling, Leiter des Referates Qualitätspolitik und Markt im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, für Sputnik-Korrespondentin Marina Piminowa. „In den letzten 20 Jahren ist die Zusammenarbeit, vor allem in den traditionellen Bereich wie Milch und Fleischproduktion, wesentlich weniger geworden“, so Dr. Balling weiter.

    Ursache seien Balling zufolge „die äußeren Rahmenbedingungen“: „Die vielen Projekte und der enge Informationsaustausch haben  mit Russland sich unter den äußeren Rahmenbedingungen in den letzten zwei Jahren leider nicht so weiterentwickelt, wie es in der Vergangenheit war. Die Exporte in die Russische Föderation, die fast 200 Millionen Euro betrugen, haben sich infolgedessen halbiert.“

    Neben dem unmittelbaren Effekt von den Lebensmittelsanktionen sei auch eine mittelbare Wirkung zu spüren. Waren, die ursprünglich vom russischen Markt abgenommen wurden, drängen auf den EU-Markt. „Dadurch werden Wettbewerbsverhältnisse und Preissituation geändert“, erklärt Dr. Balling.

    Bevor es wieder zu einem intensiven Kontakt Bayerns mit Russland auf dem Agrarmarkt kommt, gibt es für die Partner zumindest einen direkten Kontakt bei der weltweit größten Agrarmesse in Berlin. Bei der Grünen Woche präsentierte sich Bayern traditionell mit  Urlaubsdestinationen und Spezialitäten und führt auch gezielt direkte Gespräche mit Russland, so Dr. Balling. „Wir müssen schauen, dass wir unsere langjährige vertrauensvolle Zusammenarbeit in verschiedensten Bereichen wieder fortsetzen können“, zitiert Balling den bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, Helmut Brunner.

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