00:23 05 April 2020
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    Russisch-ukrainischer Gasstreit (231)
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    Kiew ist laut Premier Arseni Jazenjuk bereit, gemeinsam mit seinen westlichen Partnern mit Russland Gas-Gespräche in Bezug auf das Sommer-Paket zu führen – allerdings nur zu Marktpreisen von höchstens 250 bis 300 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas.

    Da Erdöl viel billiger geworden ist, ging der Preis für russisches Gas, der an den Ölpreis gekoppelt ist, für die Ukraine nach unten und beträgt im ersten Quartal des laufenden Jahres 329 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter, so Jazenjuk.

    „Abhängig vom Ölpreis sollte der europäische Marktpreis in der Sommerperiode bei 250 bis 300 Dollar liegen, glaube ich“, sagte Jazenjuk am Freitag bei einem Briefing nach dem Treffen mit dem slowakischen Premier Robert Fico.

    Kiew sei bereit, sich auf einen Preis zu einigen, der den Marktbedingungen entsprechen würde –„wie wir uns auf der trilateralen Ebene bei der Unterzeichnung des Pakets für die Winterperiode geeinigt hatten“.

    Die Ukraine beziehe jetzt 67 Prozent ihrer Gaseinfuhren aus der EU und nur 33 Prozent aus Russland. Im Jahr 2013 seien es 95 Prozent aus Russland und nur fünf Prozent aus der EU gewesen. „Wenn wir so weitermachen, schaffen wir es, die Gaslieferquellen für die Ukraine generell zu diversifizieren“, so Jazenjuk.

    Der Preis von 329 US-Dollar für die Ukraine für das erste Quartal ist durch einen Rabatt von 100 Dollar pro 1000 Kubikmeter zustandegekommen. Russland hatte den Rabatt entsprechend dem sogenannten Winterplan eingeräumt, der in Brüssel unter Vermittlung der EU-Kommission unterzeichnet wurde. Der Plan gilt bis zum 1. April. Im November und Dezember zahlte die Ukraine 378 US-Dollar pro 1000 Kubikmeter Gas.

    Die Schulden des Kiewer Abnehmers Naftogaz gegenüber dem russischen Energiekonzern Gazprom belaufen sich aktuell auf 2,3 Milliarden Dollar. Wie Russlands Energieminister Alexander Nowak am Freitag sagte, will Russland das Sommer-Paket erst dann diskutieren, wenn es einen klaren Zeitplan der Schuldentilgung enthält.

    2014 hatte Russland wegen milliardenhohen Schulden Kiews für rund ein halbes Jahr seinen Gas-Export in die Ukraine ausgesetzt. Die Lieferungen wurden erst am 9. Dezember wieder aufgenommen.

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    EU, Gazprom, Naftogaz, Arsseni Jazenjuk, Kiew, Moskau