08:25 15 November 2019
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    European Commission Vice President Maros Sefcovic

    EU-Kommissar: Gastransport in Umgehung der Ukraine verstößt gegen Verträge mit Kunden

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    Die geplanten Lieferungen von russischem Gas in Umgehung der Ukraine werden gegen die zwischen dem Gazprom-Konzern und seinen europäischen Kunden geschlossenen Abkommen verstoßen. Das sagte der EU-Kommissar für die Energieunion, Maroš Šefčovič, am Montag in einem vom slowakischen Sender TV3 ausgestrahlten Interview.

    „Die EU-Kommission betrachtet das neue russische Gasprojekt Türkischer Strom als eine rein politische Lösung, die nur das Ziel verfolgt, die Ukraine als Transitland umzugehen. Aber in diesem Fall werden auch Abkommen von Gazprom und europäischen Verbrauchern verletzt, in denen konkrete Abnahmepunkte für russisches Gas vorgesehen sind.“ Von der türkisch-griechischen Grenze sei in den Abkommen keine Rede, sagte der Kommissar.

    Anfang Dezember hatte Russland das Gasprojekt South Stream zur Versorgung Südeuropas wegen der sturen Position Bulgariens gestoppt, das die Bauarbeiten auf seinem Territorium im Laufe von zwei Jahren nicht genehmigen wollte. Stattdessen beschloss Gazprom, eine neue Leitung in die Türkei zu verlegen und an der türkisch-griechischen Grenze einen Gashub zu bauen, wo europäische Kunden ihr Gas beziehen können.

    „Russland schätzt die Kosten für die neue Pipeline auf bis zu 45 Milliarden US-Dollar“, fuhr Šefčovič fort. „Das ist eine immense Summe. Es erhebt sich die berechtigte Frage, ob es wirklich nötig ist, so viel Geld auszugeben, nur um seinen Nachbarn umzugehen? Wenn es sich aber um Gaslieferungen an die Türkei handelt, sollte dieses Problem getrennt vom Gastransit durch die Ukraine gelöst werden“, sagte der Kommissar.

     

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    Türkischer Strom, EU-Kommission, Gazprom, Maroš Šefčovič, Russland, Türkei, Ukraine