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10:13 20 September 2019
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    Jangtsekiang

    100-Millionen-Stadt entsteht in China: „Die erste Gigapolis weltweit"

    © Flickr / Thomas Fischler
    Wirtschaft
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    Die größte Stadt der Welt entsteht einem Zeitungsbericht zufolge im Osten Chinas am Fluss Jangtsekiang. Der dortige Ballungsraum erlebt dank seiner modernsten Verkehrs-Infrastruktur eine beispiellose Transformation, wobei viele Großstädte einschließlich Shanghai, Nanjing und Hangzhou zu einer Gigapolis verschmelzen.

    Wladimir Juschakow, geschäftsführender Partner der Investmentfirma Long Jing Capital, schreibt in einem Gastbeitrag für die Onlineausgabe der russischen Zeitung „Wedomosti“: „Anfang des 19. Jahrhunderts haben nur wenige von der kleinen Stadt New York gehört, doch 100 Jahre später gab es kaum jemanden, der diesen Namen nicht kannte. Nun wiederholt sich die Situation im Delta des Flusses Jangtsekiang (…) Dort vollzieht sich etwas Beispielloses. Noch nie in der Geschichte der Menschheit hat sich eine Stadt von diesem Ausmaß herausgebildet. Es entsteht die erste Gigapolis weltweit“

    Seit zehn Jahren habe der chinesische Staat konsequent darauf hingearbeitet, eine Verkehrs-Infrastruktur mit zahlreichen Autobahnen und U-Bahn-Linien dort einzurichten. Eine Magnetschwebebahn mit einer Geschwindigkeit von bis zu 450 km/h sei in Betrieb gegangen, um Passagiere zum Flughafen zu transportieren.

    Der Kern des Transportsystems sei ein Schnellgeschwindigkeits-Eisenbahnnetz, das die drei Megapolen Shanghai, Nanjing und Hangzhou miteinander verbindet. Für diese Zwecke seien umgerechnet mehr als 100 Milliarden US-Dollar ausgegeben worden. Nun nehme die Fahrt zwischen diesen Städten eine bis zwei Stunden in Anspruch. Außerdem gebe es im Ballungsraum 20 Großstädte, deren Bevölkerung jeweils mehr als drei Millionen Menschen beträgt. Faktisch gehe es bereits um eine einheitliche Gigapolis mit einer Gesamtbevölkerung von mehr als 100 Millionen Menschen, hieß es.

    „Die Verkehrs-Infrastruktur hat die bisher vereinzelten Teile zu einem Ganzen vereinigt (…) Unternehmen und Universitäten bekommen Zugriff auf eine breitere Palette von Humanressourcen. Dies ändert die Mentalität der Menschen: Die einstigen Provinzler fühlen sich nun wie Hauptstadtbewohner. 100 Millionen Menschen bekommen eine neue Weltanschauung sowie neue Verhaltensmuster und Ziele. Wenn Städte eine gewisse kritische Größe erreichen, erleben sie eine qualitative Transformation. Wäre New York nicht die größte Stadt der USA gewesen, so wären der Broadway, die Carnegie Hall und die Wall Street dort nicht zustande gekommen“, so der Kommentar.

    Vorerst sei es schwer zu sagen, wie die Transformation in der entstehenden chinesischen Gigapolis konkret aussehen wird. Möglicherweise komme dort beispielsweise die größte Börse der Welt oder ein weltbekanntes Forschungszentrum zustande. Eines stehe aber fest: Ein Trumpf dieses Ballungsraums sei seine Vielfalt, hieß es weiter.

    „Die dazu gehörenden Städte sind einander nicht ähnlich. Shanghai ist eine Finanzmetropole, eine Oase der westlichen Kultur und der größte Handelshafen weltweit. Hangzhou ist ein Zentrum für Unternehmertum und Startup-Projekte. Nanjing ist die alte chinesisches Hauptstadt und eine Kulturmetropole. Suzhou ist ein chinesisches Reise-Mekka. Darüber hinaus gibt es dort Hunderte Groß- und Kleinstädte mit ihren kulturellen, historischen und sprachlichen Besonderheiten. Nun wurde all dies zu einer Stadt“, so Juschakow.

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    Long Jing Capita, Wladimir Juschakow, New York, Hangzhou, Nanjing, Shanghai, China