23:05 04 August 2020
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    Die ukrainische Stahl- und Hüttenindustrie befindet sich ohne Exporte nach Russland im freien Fall, schreiben die „Deutschen Wirtschafts Nachrichten“ (DWN) am Montag. Die Regierung in Kiew habe bisher nichts unternommen, um gegenzusteuern.

    "Durch Korruption, Misswirtschaft und Krieg" sei die Ukraine als eines der rohstoffreichsten Länder der Erde bankrott, heißt es in dem Beitrag. „Die Stahl- und Hüttenindustrie der Ukraine, also die Industrie, die auf den Rohstoffen aufbaut, befindet sich im freien Fall. Der Absturz der Weltmarktpreise beschleunigt diese Entwicklung.“

    Die Ukraine besitze die weltgrößten Lagerstätten für Eisenerz. Diese konzentrieren sich in der Region Krywbass, im Zentrum des Landes.

    Der Konflikt in der Ostukraine brachte 2014 die größte Belastung für die ukrainische Stahl- und Hüttenwerke. Immerhin zwei der vier ukrainischen Zentren der Hüttenindustrie seien nun Konfliktgebiet. 

    Ein großes Problem der ukrainischen Stahl- und Hüttenwerke sei aber auch ihre starke Exportabhängigkeit. 80 Prozent der Produktion ging ins Ausland – und hier war Russland traditionell der wichtigste Abnehmer. 

    Schon vor der Ukraine-Krise versuchte Moskau mit Anti-Dumping-Maßnahmen die ukrainischen Lieferungen zu reduzieren. Doch erst nach dem Sturz von Präsident Janukowitsch im Februar letzten Jahres brachen die ukrainischen Exporte nach Russland regelrecht ein. Das Rekorddefizit in der ukrainischen Zahlungsbilanz spiegelt nicht zuletzt diese Entwicklung wieder.

    Offensichtlich war das aber nur der erste Schlag für die ukrainischen Stahlkocher, so die Zeitung weiter. „Der zweite kam jetzt. Im Februar brachen die Weltmarktpreise für Rohstahl ein. An der Londoner Metallbörse werden Rohstahlkontrakte mit nur noch 290 Dollar pro Tonne gehandelt; im Januar waren es dagegen noch 480 Dollar.“

    Gegen solche Unbill könnte theoretisch eine stärkere Binnennachfrage helfen, heißt es abschließend in dem Beitrag. Doch auch eine Modernisierung der Stahlwerke selbst sei notwendig.

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    Tags:
    Stahlindustrie, Russland, Ukraine