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    Arktischer Ozean

    Arktisches Öl soll Russland wieder an die Marktspitze bringen

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    Wirtschaft
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    Russland erschließt Arktis (171)
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    Die Ölförderung in Russland geht mittelfristig etwas zurück, um später dank der arktischen Vorräte wieder zu steigen, prognostiziert ein Öl-Tycoon. Die USA importieren unterdessen weniger Öl und wollen sogar mit Exporten beginnen – dies soll insbesondere die Energie-Abhängigkeit der Nato-Länder von Russland reduzieren.

    Nach Ansicht von Wagit Alekperow, Chef des russischen Ölkonzerns Lukoil, haben die Ölpreise weltweit bereits ihren Tiefpunkt erreicht. Die Ölförderung in Russland wird laut Alekperow wahrscheinlich noch etwas zurückgehen, um künftig erneut zu steigen. 

    „Ich erwarte eine Stabilisierung der Ölförderung in Russland und mittelfristig einen kleinen Rückgang“, sagte er bei einer internationalen Konferenz in Houston, wie die Agentur Ria Novosti am Dienstag meldete. Er erläuterte, der erwartete Rückgang sei auf geringere Fördermengen in Westsibirien und in der Wolga-Region zurückzuführen. Doch später beginne wieder ein Wachstum. „Wir sind davon überzeugt, dass Russland bei der Erschließung seiner großen Vorräte in der Arktis wieder zu einem Spitzenreiter in Sachen Ölproduktion aufsteigen wird“, so Alekperow. Das russische Energieministerium schätzt die förderbaren Ölvorräte im Nordpolarmeer auf 452,2 Millionen Tonnen.

    Im Jahr 2014 hatte sich der weltweite Ölpreis innerhalb vom wenigen Monaten halbiert und war Anfang 2015 auf die 45-Dollar-Marke gefallen. Dann wuchs er wieder und beträgt derzeit mehr als 63 US-Dollar pro Barrel.

    Der US-Senat tüftelt unterdessen an einem Gesetzentwurf, um das langjährige Ölexport-Verbot aufzuheben. Lisa Murkowski, Chefin des Senatsausschusses für Energie und Naturressourcen, argumentierte, die Aufhebung des Verbots ermögliche voraussichtlich, den Absatzmarkt der USA zu erweitern und die Abhängigkeit der Nato-Länder von Lieferungen aus Russland zu reduzieren. Laut Murkowski ist beispielsweise Polen derzeit zu 96 Prozent von Russland in dieser Hinsicht abhängig.

    Wie Ryan Lance, Chef von ConocoPhillips, prognostizierte, könnten die USA und Kanada zum Jahr 2020 auf Ölimporte völlig verzichten. In diesem Zusammenhang plädierte er für eine neue Energie-Politik.

    Wie die russische Tageszeitung „Iswestija“ am Dienstag berichtete, hatten die USA ihren Rohöl-Import im vergangenen Jahr um elf Prozent reduziert. Der Anteil der russischen Lieferungen am gesamten Importvolumen sank dabei um einen Prozentpunkt auf vier Prozent. Das sind 119 Millionen Barrel.

    Der russische Energie-Experte Igor Juschkow sagte dem Blatt: „Die russischen Öllieferungen an die USA gehen zurück, weil Russland erstens seine Exporte nach China erhöht. Zweitens reduzieren die USA im Allgemeinen ihre Importe, weil sie mittlerweile mehr Schieferöl fördern.“ Die Schieferöl-Förderung sei allerdings nur gewinnbringend, wenn das Öl etwa 80 Dollar pro Barrel kostet, also deutlich mehr als jetzt, so Juschkow.

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    Tags:
    Schieferöl, Erdöl, ConocoPhillips, NATO, Igor Juschkow, Ryan Lance, Lisa Murkowski, Wagit Alekperow, Arktis, USA, Russland