09:48 01 Oktober 2020
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    Die russische Wirtschaft hat wider Erwarten keinen massiven Einbruch erfahren, wie die Zeitung „Financial Times“ schreibt.

    Einige negative Tendenzen, die im BIP-Rückgang zum Ausdruck kommen, sind nach Expertenschätzungen nicht kritisch.

    Wie paradox es auch klingen mag, aber die Hauptfaktoren, die die Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation in Russland bewirkt haben, sind die Rubel-Schwächung und die gegen Russland verhängten Sanktionen, so die Zeitung.

    Der russische Rubel
    © Fotolia / Alexey Belikov
    Unter Berufung auf das russische Statistikamt schreibt die „Financial Times“, dass das BIP Russlands im ersten Quartal 2015 um höchstens 1,9 Prozent zurückgegangen ist und damit manche Expertenprognosen unterschritten hat.

    „Die nationale Währung (der russische Rubel – Red.) hatte sich seit Mitte 2013 langsam abgewertet und im Dezember 2014 aufgrund ihres Verfalls   faktisch die Hälfte ihres Wertes verloren. Dadurch wurde der Import verteuert und einigen Sektoren der russischen Wirtschaft ein neues Leben eingehaucht“, schreibt die Zeitung.

    Rubel
    © Sputnik / Maxim Bogodvid
    Ihr zufolge werden in Russland nun Waren aus einheimischer Produktion öfter gekauft, dadurch wird die Importersatz-Politik begünstigt. Das Gleiche trifft auf die Großindustrie zu.

    Der Generaldirektor des Chemiekonzerns Lanxess, Georges Barbey, sagte in einem Gespräch mit FT, er sehe ein Wiederaufleben der russischen Industrie, ein Wiederaufleben, auf das man sehr lange gewartet habe. Die Geldabwertung habe sie (die Kunden in Russland) finanziell gerettet und die Unternehmen seien nun voll ausgelastet.

    Laut dem Generaldirektor des Unternehmens „GEA Refrigeration RUS“, Oliver Cescotti, erfreuen sich Waren mit dem Vermerk „Made in Russia“ immer größerer Nachfrage in Russland.

    Westliche Länder hatten seit März 2014 mehrmals Sanktionen gegen Russland aufgrund seiner Haltung in Bezug auf die Ukraine verhängt. Der russische Präsident Wladimir Putin hat im August 2014 spezielle Wirtschaftsmaßnahmen per Erlass angeordnet. Diese liefen darauf hinaus, den Import  von etlichen Warenarten aus den an den Sanktionen beteiligten Ländern für ein Jahr einzuschränken.

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    Tags:
    BIP, Sanktionen, Rubel, Georges Barbey, Ukraine, Russland