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    IWF und Europa müssen Kiew vor Bankrott retten – Experte

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    Entwicklung in der Ukraine (Mai 2015) (101)
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    Die Ukraine ist momentan auf Gelder vom IWF oder aus Europa akut angewiesen und wird sonst nach Einschätzung des Wirtschaftsexperten Andreas Männicke pleitegehen. Eine Aufgabe der Östlichen Partnerschaft wäre aber eine „neue Entspannungspolitik“.

    Die ukrainische Wirtschaft  liefert nach wie vor „ein eher desaströses Bild mit Inflationsraten von über 50 Prozent“, so der Diplom-Kaufmann und  Fachmann auf dem Gebiet der Osteuropa-Wirtschaft im Gespräch mit Armin Siebert. „Die Ukraine ist ja schon einige Jahre in einer Rezession. Die Währungsreserven betragen nur noch neun Milliarden Dollar. Das Bankensystem ist fast zusammengebrochen. Im letzten Jahr sind 42 Banken pleitegegangen, in diesem Jahr werden weitere folgen.“

    „Ohne IWF-Gelder, 17 Milliarden, wird das Land pleitegehen“, fuhr Männicke fort. „Man spricht ja sogar von 100 Milliarden Dollar, die die Ukraine braucht. Das Land ist im Moment angewiesen auf Gelder vom IWF oder aus Europa.“

    Auf das Thema Östliche Partnerschaft angesprochen, meinte er: „Eigentlich ist das ja auch eine gute Sache, aber man sollte da Russland mit einzubeziehen und nicht wieder einen Kalten Krieg zu führen, wie es vor allem die USA schon wieder tun. Das ist schädlich für die europäische Wirtschaft.“

    Vom Gipfel der Östlichen Partnerschaft in Riga erwartet Männecke „endlich eine neue Zeit der Entspannungspolitik“ und „ dass vor allem die EU Einiges dafür tut“.

    „Der Zankapfel ist nach wie vor die Ukraine und zum Teil auch die weitere EU-Osterweiterung. Da muss man den Dialog mit Putin suchen. So könnte die EU in Riga Signale der Kooperation und Entspannung an Russland senden.“

    „Das wurde ja auch schon von Angela Merkel angedeutet, dass sich die EU mit der Eurasischen Zollunion einigen soll und dass auch die von Wladimir Putin angedachte Freihandelszone von Lissabon bis Wladiwostok nach wie vor interessant ist für alle. Das ist auch durchaus machbar, und darüber muss man intensivere Gespräche führen. Wichtig wäre meines Erachtens auch eine Visafreiheit sowohl für Russen, als auch für Ukrainer, damit zumindest die geschäftlichen Verbindungen erleichtert werden“, betonte Männicke abschließend.

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    IWF, Wladimir Putin, Andreas Männicke, Kiew, USA, Ukraine, Riga