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23:07 13 Oktober 2019
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    Wegen Grexit-Gefahr: Tschechiens Umstellung auf Euro vorerst nicht aktuell

    © AFP 2019 / Philippe Huguen
    Wirtschaft
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    Eine Umstellung Tschechiens auf den Euro steht momentan unter anderem wegen der ungelösten Probleme mit Griechenland nicht auf der Tagesordnung, wie der tschechische Vizepremier und Finanzminister Andrej Babis am Donnerstag bei einer Wirtschaftskonferenz in Prag erklärte.

    „Ein Beitritt zur Eurozone ist heute kein aktuelles Thema für Tschechien“, zitiert die Zeitung „E15“ Babis.

    „Unter anderem ist dies mit der jetzigen Unfähigkeit der EU verbunden, die Situation mit Griechenlands Schulden zu regeln.“ Außerdem würde Tschechien im Falle eines Beitritts zur Eurozone innerhalb von vier Jahren umgerechnet rund 1,86 Milliarden Euro an diverse Fonds überweisen und weitere rund 14,6 Milliarden Euro als Garantie-Pfand vorweisen müssen, was ebenfalls eine äußerst schwierige Aufgabe sei.

    Die jetzige Regierung erwähnt eine Umstellung auf den Euro weder in ihrer programmatischen Erklärung noch in ihren Aktionsplänen für die nächsten Jahre. Auch die Nationalbank Tschechiens drängt nicht darauf und überlässt die Initiative den Politikern.

    Ein entschiedener Befürworter der Umstellung auf den Euro ist nur Präsident Milos Zeman. Für den kommenden Sonntag lud er Premier Bohuslav Sobotka, Andrej Banis und den Chef der Nationalbank, Miroslav Singer, in seine Vorstadtresidenz ein, um diese Frage zu behandeln.

    Die jüngsten Meinungsumfragen bestätigen, dass eine Mehrheit der Tschechen vorerst für die Beibehaltung der tschechischen Krone ist. Diesen Standpunkt vertreten 60 Prozent der Befragten. 28 Prozent sind für eine möglichst baldige Einführung des Euro. Weitere 12 Prozent sind ebenfalls für die Umstellung auf den Euro, sehen aber keine Notwendigkeit einer Beschleunigung dieses Prozesses.

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    Tags:
    Schulden, Euro, EU, Nationalbank Tschechiens, Miroslav Singer, Miloš Zeman, Andrej Babis, Bohuslav Sobotka, Tschechien, Griechenland