21:33 05 Dezember 2019
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    Wintershall bleibt bei Plänen zum Tausch von Anteilen mit Gazprom

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    Der neue Chef des deutschen Energieproduzenten Wintershall, Mario Mehren, schließt die Wiederaufnahme der Verhandlungen mit dem russischen Gasgiganten Gazprom über den Tausch von Unternehmensanteilen nicht aus. Das könne aber erst nach einer Verbesserung der politischen Lage geschehen, sagte Mehren am Dienstag auf der Weltgaskonferenz in Paris.

    Der Tausch von Unternehmensanteilen sei eine gute Idee. Zugleich zeigte sich Mehren nicht sonderlich optimistisch hinsichtlich einer schnellen Änderung der Lage in Bezug auf die Aufhebung westlicher Sanktionen gegen Russland.

    Zuvor hatte der Topmanager erklärt, dass Wintershall bis 2018 rund 500 Millionen Euro in Projekte in Russland investieren wolle, darunter Achimgaz und Juschno-Russkoje. Sein Konzern sei für neue Projekte in Russland offen. Russland sei eine wichtige Region für Wintershall.

    Sanktionen gegen Russland in der Ukraine-Krise seien wirkungslos. „Die Situation verbessert sich nicht spürbar“, fuhr Mehren fort. „Wir haben nur Verlierer im Sanktionsspiel.“ Die russische Wirtschaft leide und viele deutsche Unternehmen hätten Marktanteile in Russland verloren. Er argumentierte, Europa dürfe nicht vergessen, dass es für seine Energieversorgung auf russisches Gas angewiesen sei: „Energiesicherheit gibt es für Europa nur mit Russland. Das sind keine geopolitischen, sondern geologische Fakten“, betonte der Wintershall-Chef.

    Ursprünglichen Plänen zufolge sollten die beiden Konzerne den Tausch von Anteilen bis Ende 2014 perfekt machen. Die BASF-Tochter Wintershall sollte 25,01 Prozent der Anteile an zwei Achimov-Formationen im Urengoi-Feld erhalten, in denen 274 Milliarden Kubikmeter Gas vermutet werden.

    Dafür rechnete Gazprom mit 100 Prozent der Anteile an den Gasgesellschaften Wingas, WIEH und WIEE, mit Anteilen an Untergrundspeichern in der EU und mit 50 Prozent der Anteile an Wintershall Nordsee.

    Im Dezember 2014 teilte BASF mit, dass der Deal vorerst auf Eis gelegt wird.

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    Tags:
    Energiebereich, Sanktionen, Erdgas, EU, WIEE, WIEH, Wingas, BASF, Gazprom, Wintershall, Mario Mehren, Russland