21:12 18 Dezember 2017
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    Russland-Sanktionen: Bosch erwartet "deutlichen Rückgang des Geschäfts"

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    Bosch ist nicht direkt vom Sanktionskrieg zwischen Russland und dem Westen betroffen. Dennoch bereiten die Folgen der gegenseitigen Restriktionen auch dem führenden deutschen Technikkonzern Probleme.

    „Bosch ist nicht direkt von den Sanktionen betroffen im Sinne, dass irgendwelche Produkte von Bosch nicht eingeführt werden dürfen, aber natürlich sind wir betroffen von der schwierigen Situation in den Finanzmärkten“, sagte Uwe Raschke, Vorstandsmitglied der Robert Bosch GmbH, in einem Gespräch mit Sputniknews.

    Die Kreditzinsen seien stark angestiegen, die Inflation steige und beides sei schlechte Voraussetzung für ein erfolgreiches Geschäft. Im Jahr 2015 erwarte Bosch einen deutlichen Rückgang des Geschäftes. „Wir müssen akzeptieren, dass wir im Jahr 2015 einen Markt haben, der deutlich kleiner ist.“ Dennoch glaube Bosch langfristig an das große Potenzial Russlands und der umliegenden Länder. „Wir denken, dass die Wachstumsaussichten mittel- und langfristig sehr gut sind.“

    In einer Stellungnahme zu den Spannungen zwischen Russland und der Europäischen Union konstatierte Raschke, dass viel Vertrauen verloren worden sei. „Es dauert sehr viel länger, Vertrauen aufzubauen als Vertrauen zu zerstören. Dennoch glaube ich, dass beide – Europa und Russland – sich gegenseitig brauchen.“ Insbesondere die geschichtliche Erfahrung verpflichte sowohl die Politik als auch die Unternehmen dazu, „einen Weg zu finden, auch wieder in guter Beziehung miteinander zu leben“, so Raschke. „Ich bin eigentlich guten Mutes auch weiterhin, dass wir auf diesen Weg zurückkehren werden“.

    Die Beziehungen zwischen Russland und der Europäischen Union haben sich nach dem Umsturz vom Februar 2014 in der Ukraine dramatisch verschlechtert. Westliche Staaten haben den Sturz von Präsident Viktor Janukowitsch und die von der Opposition gestellte nationalistische Regierung anerkannt, jedoch nicht das darauf gefolgte Referendum auf der von Russischstämmigen dominierten Schwarzmeerhalbinsel Krim, die im März eindeutig für eine Wiedervereinigung mit Russland stimmte.

    Nach dem Beitritt der Krim zu Russland verhängten die USA und — auf ihr Drängen hin — die Europäische Union in vier Etappen politische und wirtschaftliche Sanktionen gegen Russland. Russland konterte mit einem Einfuhrverbot für eine ganze Reihe von Lebensmitteln. In dieser Woche kündigte die EU eine Verlängerung ihrer Wirtschaftssanktionen gegen Russland bis Ende Januar 2016 an.

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