07:28 15 Dezember 2017
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    Angela Merkel und Alexis Tsipras

    Tsipras: Deutsche Hilfe für Griechen ein Mythos

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    Die Behauptung, dass deutsche Steuerzahler für Löhne, Renten und Pensionen der Griechen aufkommen, sei eine Lüge, der Vergleich Griechenlands mit Deutschland irreführend – in einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ hat der griechische Ministerpräsident seine Meinung zur Krise und zu den Kürzungsoffensiven in seinem Land geäußert.

    „In einem Land, dessen Bevölkerung zu 25 Prozent arbeitslos ist, in einem Land, in dem die Hälfte aller jungen Menschen ohne Arbeit ist, kann das blinde Beharren auf Kürzungen nichts anderes bringen als die weitere Verschärfung der ohnehin dramatischen sozialen Lage“, beschwert sich der griechische Premierminister. Denn die Kürzungsoffensive der letzten Jahre habe zu nichts geführt, außer zu einer problemverschärfenden Rezession, so Tsipras.

    Der Vergleich mit Deutschland sei dabei irreführend, beteuert er, denn anders als behauptet werde, sei das griechische Renteneintrittsalter mit 67 Jahren höher als das deutsche.

    Seine Wortmeldung im „Tagesspiegel“ diene der Richtigstellung eines verbreiteten Mythos, betont er. "Wer behauptet, deutsche Steuerzahler kämen für die Löhne, Renten und Pensionen der Griechen auf, lügt. Ich melde mich nicht zu Wort, um Probleme zu leugnen, sondern um aufzuzeigen, wo sie sich befinden und wie sie gelöst werden können“, schreibt Tsipras.

    Des Weiteren schreibt der Politiker, dass die Renten und Sozialausgaben zwischen 2010 und 2014 um bis zu 50 Prozent gekürzt worden sind, „was weitere Eingriffe in diesen sensiblen Bereich unmöglich macht“.

    Derzeit verhandelt Griechenland mit der EU und dem IWF über die Regelung der Schulden von 240 Milliarden Euro. Die von den Gläubigern erstellten Prognosen, laut denen harte Sparmaßnahmen Griechenland ermöglichen würden, Kredite zurückzuzahlen, haben sich nicht bewahrheitet. Die neue griechische SYRIZA-Regierung, die seit Ende Januar im Amt ist, hat auf neuen Verhandlungen mit den Gläubigern bestanden, die sich jedoch in die Länge ziehen.

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    Tags:
    Schulden, Rente, Arbeitslosigkeit, Steuer, IWF, EU, Syriza-Partei, Alexis Tsipras, Deutschland, Griechenland
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