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22:19 19 August 2019
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    Chinesen als Großpächter in Transbaikalien? – Russische Abgeordnete besorgt

    © Sputnik / Evgeni Epantshintsev
    Wirtschaft
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    Die in der Staatsduma (Russlands Parlamentsunterhaus) vertretene Fraktion der Liberaldemokraten (LDPR) will den Premierminister darum ersuchen, die Verpachtung von 115.000 Hektar Nutzfläche in der Region Transbaikalien (im Föderationskreis Sibirien) an Chinesen zu stoppen.

    Wie ein Vertreter der Fraktion mitteilte, ist der Entwurf des Aufrufes an den Ministerpräsidenten bereits fertig und soll am Montag bzw. Dienstag dem Unterhaus zur Erörterung vorgelegt werden, damit das Dokument in den kommenden Plenarsitzungen zur Debatte gestellt werden könne. In der LDPR wird die Meinung vertreten, dass die Übergabe von Boden an Chinesen ein „großer geopolitischer Fehler“ ist. 


    Eine der Bedingungen und einer der Punkte des Pachtvertrages sei die Tatsache, dass das betreffende chinesische Unternehmen ausschließlich Chinesen zur Arbeit heranziehen will und in „diesem Zusammenhang bittet, die Visapflicht sowie die Grenzkontrolle für Mitarbeiter, die in dieser Branche tätig sein werden, zu erleichtern“, sagte Vizesprecher Igor Lebedew. 


    Deswegen werde seiner Meinung nach „in allernächster Zukunft die Zahl der Chinesen in Transbaikalien größer als die Zahl der russischen Bürger sein, und eines Tages werden die Chinesen an die Macht gelangen und in 20 bis 30 Jahren erklären, dass Transbaikalien ein Teil der Republik China“ sei. 


    Die Chinesen, die den Boden in Transbaikalien pachten, sind bereit, 24 Milliarden Rubel (umgerechnet zirka 393 Millionen Euro) in die Wirtschaft der Region zu investieren. Der Boden in Transbaikalien soll den chinesischen Geschäftsleuten für 49 Jahre zur Pacht überlassen werden.


       Am 16. Juni hatte der Gouverneur der Region Transbaikalien Konstantin Ilkowski erklärt, dass die Behörden der Region mit dem chinesischen Unternehmen Zoje Resources Investment über ein gemeinsames Agrar-Industrie-Projekt in Transbaikalien im Gesamtwert von knapp zwei Milliarden Yuan (etwa 320 Millionen US) verhandeln würden.


    Er hatte erläutert, dass Transbaikalien die Nutzfläche von 150.000 Hektar zwecks Umsetzung des Projektes zur Verfügung stellen könne, während sich die chinesische Seite bereit zeige, es zu finanzieren. Die Unterzeichnung des entsprechenden Abkommens könne im Dezember 2016 stattfinden. Für die Realisierung dieses Projektes seien rund 1.000 Fachleute erforderlich, zu denen  unter anderem Chinesen gezählt werden.        


    Inzwischen verwies der amtierende Verwaltungschef des Jüdischen Autonomen Gebiets Alexander Lewintal im Rahmen des Petersburger Wirtschaftsforums am 18. Juni darauf, dass nahezu 80 Prozent der landwirtschaftlichen Nutzflächen in dem Gebiet von Chinesen kontrolliert werden. 


    Der Kreml gibt vorläufig laut Dmitri Peskow, Sprecher von Präsident Wladimir Putin, keine Kommentare zu der von der LDPR unterbreiteten Initiative, die geopolitischen Risiken einzuschätzen, bevor die Nutzfläche in Transbaikalien von dem chinesischen Unternehmen in Pacht genommen wird.  

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    Tags:
    LDPR, Russland, China, Transbaikalien